Erneute Haft für Frankreichs Ex-PräsidentAuf Nicolas Sarkozy warten weitere sechs Monate Knast

Das Urteil ist gefallen!
Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy (70) ist zum zweiten Mal zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Diesmal warten sechs Monate Haft auf ihn und im Anschluss eine Fußfessel.
Zum zweiten Mal verurteilt! Nicolas Sarkozy muss wieder ins Gefängnis
Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, der bereits mehrfach vor Gericht stand, ist zum zweiten Mal rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das höchste Berufungsgericht in Paris bestätigte am Mittwoch die Verurteilung zu einem Jahr Haft wegen des Überziehens seiner Wahlkampfkosten 2012.
Für seine versuchte Wiederwahl sollen Sarkozy und sein Team rund 20 Millionen Euro zu viel ausgegeben haben. Der Ex-Präsident will davon nichts gewusst haben. Es handelt sich bei dem Fall nicht um die Libyen-Affäre, wegen der Sarkozy kürzlich im Gefängnis saß. Stattdessen geht es um Sarkozys gescheiterte Wiederwahl zum Präsidenten 2012 und die dafür von seinem Team verwendeten Gelder. Die Ausgaben für den Wahlkampf sind in Frankreich gedeckelt, um mehr Chancengleichheit zwischen den Kandidatinnen und Kandidaten zu schaffen. 2012 lag die erlaubte Obergrenze bei 22,5 Millionen Euro.
Sarkozy hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Sein Anwalt Vincent Desry meinte: „Nicolas Sarkozy ist in Bezug auf das, was man ihm in diesem Fall vorwirft, vollkommen unschuldig.” Er habe keine Mittel gebunden und nicht gewusst, dass die Kostengrenze überschritten wurde.
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Nach Urteil: Das ist die Strafe für Sarkozy
Ein halbes Jahr davon ist auf Bewährung ausgesetzt, ein halbes Jahr Haft kann umgewandelt werden, etwa durch das Tragen einer elektronischen Fußfessel. Heißt, sechs Monate verbringt der 70-Jährige noch einmal im Gefängnis. Eine Entscheidung über die Art der Haftumwandlung erwarten die Anwälte erst in mehreren Wochen.
Das Kassationsgericht in Paris bestätigte ein entsprechendes Urteil, nachdem Sarkozy Revision eingelegt hatte, wie es in einer Mitteilung hieß. (jbü/afp/dpa)
Verwendete Quellen: Agence France-Presse, Deutsche Presse-Agentur


