Tod, Untergang und FinsternisWissenschaftler entziffern uralte Tafeln – diese düsteren Zukunfts-Vorhersagen stehen drauf

Die Tafeln stammen aus der Gegend von Sipparan, einer antiken babylonischen Stadt südwestlich des heutigen Bagdad.
Die Tafeln stammen aus der Gegend von Sipparan, einer antiken babylonischen Stadt südwestlich des heutigen Bagdad.
Trustees of the British Museum

Lange wusste niemand, was dort geschrieben steht!
Vor gut 100 Jahren entdecken Forscher die beschrifteten Tontafeln im heutigen Irak. Doch erst jetzt gelingt es, die Keilschrift in moderne Sprache zu übersetzen. Vielleicht hätten manche lieber nicht gewusst, was uns die Babylonier vor 4.000 Jahren so alles prophezeien...

Blick in die Zukunft aus Babylon: So wird die Welt in 4.000 Jahren aussehen

Die Wahrsagerei von damals basiert auf der Bewegung des Mondes, insbesondere auf Mondfinsternissen, wenn der Mond hinter den Schatten der Erde tritt. Die Babylonier analysierten die Finsternisse nach Uhrzeit, Schattenbewegung, Dauer und Datum. Diese Daten nutzten sie dann, um verschiedene Ereignisse vorauszusagen, zitiert die New York Post Andrew George und Junko Taniguch. Sie sind die beiden Autoren, die eine Studie zur Entschlüsselung der Tafeln in einer Fachzeitschrift (Journal of Cuneiform Studies) veröffentlicht haben.

Demnach glaubten die Babylonier, dass „Ereignisse am Himmel“ Zeichen der Götter waren. Sie sollten Völker auf der Erde und ihre Herrscher vor der Zukunft warnen. Wer jetzt glaubt, auch positive Dinge – etwa großartige Erfindungen – seien vorhergesagt worden, liegt leider daneben. Fast ausschließlich ging es um Tod, Untergang und Finsternis.

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„Heuschreckenplage”: Das sind die Prophezeiungen

Die vier beschrifteten Tontafeln sagen unter anderem den Tod von Königen und den Untergang von Zivilisationen voraus. Zum Beispiel wird der „Untergang von Subartu und Akkad“ prophezeit, zwei Regionen in dieser Zeit, wenn „eine Sonnenfinsternis im Süden beginnt und dann verschwindet“.

Andere besorgniserregende Omen lauten: „Das Land wird von einer Heuschreckenplage angegriffen“, „Viehverluste werden auftreten“ und „eine große Armee wird fallen“. Einige dieser Voraussagen könnten auf zuvor beobachteten Übereinstimmungen zwischen den Zeitpunkten verschiedener Finsternisse und wichtiger Ereignisse beruhen, zitiert die New York Post den emeritierten Professor Andrew George.

Die Babylonier bedienten sich noch weiterer Methoden, um in die Zukunft zu schauen. So untersuchten sie auch die Eingeweide geopferter Tiere, weil sie glaubten, so feststellen zu können, ob der König in Gefahr sei. Aus heutiger Sicht mag das alles befremdlich klingen. Vor 4.000 Jahren war es dagegen eine ernste Angelegenheit.

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Keilschrift entschlüsseln: KI hilft

Inzwischen hilft auch KI dabei, die alten Tontafeln zu übersetzen, von denen Medienberichten zufolge viele noch unentschlüsselt in Museen schlummern. Teilweise sind zusammenhängende Texte auf verschiedenen Tafel über die ganze Welt verstreut. Mithilfe von künstlicher Intelligenz kann es deutlich schneller gelingen, das Puzzle zusammenzusetzen. (sbl)

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