Polizei fängt es einfach einNiedliches Wildschwein-Baby sorgt für Chaos auf Straße

Ein Frischling sorgt in Idar-Oberstein für Aufsehen. Das Tier irrt allein im Stadtverkehr umher - und wird von der Polizei aufgegriffen. Das junge Wildschwein zeigt dabei keine Scheu vor den Menschen. Ganz im Gegenteil: Es macht den Beamten die Rettung besonders einfach.
Ein Wildschwein-Frischling ist in Idar-Oberstein allein auf einer Hauptstraße unterwegs gewesen - entgegen der Fahrtrichtung. Das Wildtier sei in Richtung Bundesstraße gelaufen - „dabei zeigte es wenig Interesse an den geltenden Verkehrsregeln“, teilte die Polizei mit. Ein Fußgänger verständigte die nur etwa einen Kilometer entfernte Polizeiinspektion. Ein Streifenwagen rückte aus, um das kleine Borstentier einzufangen. „Es hat sich von einer Kollegin auf den Arm nehmen lassen“, sagte ein Polizeisprecher.
Die Beamten brachten den Frischling zunächst auf die Dienststelle. Dort holte ein Jagdpächter das Wildschwein ab, es sollte an einen geeigneten Ort gebracht werden. Im Gespräch sei ein Wildtiergehege gewesen.
Wie das Tier auf die Hauptstraße in der Stadt in Rheinland-Pfalz kam und warum es ohne seine Mutter und seine Rotte unterwegs war, stand zunächst nicht fest. Möglicherweise sei es in dem waldigen und felsigen Gelände auf die Straße geraten, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei bedankte sich bei dem Anrufer und erinnerte daran, bei Wildtieren auf Straßen ausreichend Abstand zu halten und die zuständigen Stellen zu informieren.
Dass Wildschweine in Städten auftauchen, passiert immer wieder. Wenn es sich dabei um ein erwachsenes Tier handelt, kann eine Begegnung durchaus gefährlich werden. Erst am gestrigen Freitag rammte in der polnischen Stadt Krakau ein Wildschwein einen Kinderwagen. Das 13 Monate alte Mädchen, das im Kinderwagen gelegen hatte, musste danach mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, wie die Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf die Polizei berichtete. Es sei aber nicht in Lebensgefahr, hieß es.
Ursprünglich hatten Medien berichtet, ein aggressives Wildschwein habe am Donnerstag ohne Vorwarnung auf einem Spazierweg im Krakauer Stadtteil Kliny den Kinderwagen attackiert. Davor hatte es schon mehrere Beschwerden von Bewohnern des Stadtteils gegeben, die sich durch Wildschweine bedroht fühlten. Deshalb trat am Freitag ein Krisenstab der Stadtverwaltung von Krakau zusammen, um Schutzmaßnahmen zu besprechen.
In der Sitzung stellte sich heraus, dass das Wildschwein den Kinderwagen nicht absichtlich gerammt hatte. Offenbar war ein Wildschweinrudel von einem Hund aufgescheucht worden und auf den Spazierweg geflüchtet. Dort kam es zufällig einer Mutter mit Kinderwagen in die Quere.
Anfang Juni verletzte in Nürnberg ein Wildschwein eine Frau und verwüstete mehrere Gärten. Einsatzkräfte wollten das Tier einfangen. Allerdings klärte sich der Fall dann schnell: „Das Tier hat es vorgezogen, sich durch Flucht zu entziehen - und ist in den Wald zurückgegangen.“
Auch in Berlin hatte zuletzt ein Wildschwein für Aufsehen gesorgt: Im März war es dort in einem Einkaufszentrum unterwegs. Es konnte erst nach mehreren Stunden von der Polizei des Ladens verwiesen werden. Den Beamten gelang es gemeinsam mit Mitarbeitern des Tierparks, das Tier aus dem Allende-Center in Köpenick nach draußen zu treiben.
Im März vor einem Jahr hatte ein aggressives Wildschwein in den Pfälzer Weinbergen drei Menschen verletzt. Das Tier griff zunächst einen 77-Jährigen auf einem Wohnmobilstellplatz an und verletzte ihn leicht am Bein, wie die Polizei damals mitteilte. Kurz darauf verletzte es einen 66-jährigen Mann und seine 62-jährige Begleiterin ebenfalls leicht an den Beinen. Polizisten erschossen das Tier schließlich.
Für besonders viele Schlagzeilen hatte ein Vorfall mit einem Wildschwein nahe Berlin im Sommer 2023 gesorgt: Die Suche nach einer vermeintlichen Löwin im brandenburgischen Kleinmachnow aufgrund eines Videos erregte international Aufsehen. Nach mehr als 30-stündiger Suche gab es dann Entwarnung: Es handelte sich nicht um eine Löwin, sondern um ein Wildschwein.
Verwendete Quellen: hny/dpa


