Aus Angst vor Donald TrumpVenezuelas Präsident verlegt Weihnachten vor

02.09.2025, Venezuela, Caracas: Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro spricht auf einer Pressekonferenz. Maduro sagte am Montag, sein Land stehe vor der größten Bedrohung, die unser Kontinent in den letzten 100 Jahren gesehen hat”, da die USA ihre Marinepräsenz in der Nähe der Hoheitsgewässer des Landes verstärken. Foto: Marcos Salgado/XinHua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Nicolás Maduro mahnt zu Freude und Glückseligkeit – während das Land Hunger, Angst und Kriegsgefahr erlebt.
Marcos Salgado/XinHua/dpa

Er tut es schon wieder!
In Venezuela herrscht Krise, die Angst vor einem Krieg mit den USA wächst. Und was macht Präsident Nicolás Maduro? Er verlegt das Weihnachtsfest auf den 1. Oktober vor. Nun soll es wieder Lichterketten und besinnliche Stimmung geben – während an der Küste Kriegsschiffe aufziehen.

Oktober als Weihnachtsmonat

Mitten in einer der schwersten Krisen der jüngeren Geschichte Venezuelas überrascht Präsident Nicolás Maduro erneut mit einer bizarren Ankündigung. In seiner wöchentlichen TV-Show erklärt er: „Auch dieses Jahr beginnt Weihnachten am 1. Oktober. Mit Freude, Handel, Kultur und traditionellen Speisen.“

Der Staatschef verteidigt den Schritt als Schutzschild gegen die Angst: „Nichts und niemand in dieser Welt wird uns das Recht auf Freude, Leben und Glück nehmen.“

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Ablenkung in Zeiten der Bedrohung

Im Land werden also bald Weihnachtsbäume aufgestellt, um die Menschen abzulenken. Denn derzeit wächst die Gefahr einer Eskalation mit den USA. Die Spannungen spitzen sich seit Wochen zu. US-Präsident Donald Trump hatte erst vor wenigen Tagen Kriegsschiffe in die Karibik entsandt. Offiziell sollen sie gegen Drogenbanden vorgehen, doch Maduro spricht von einem „gewaltsamen Regimewechsel.”

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Nach einem US-Militärschlag in der Karibik, bei dem elf Menschen starben, droht der Staatspräsident offen mit Konsequenzen. Er spricht von einer „maritimen Todesstrafe“, die die USA verhängt hätten. „Niemand wird kommen, um uns zu versklaven oder zu kolonisieren, weder heute noch jemals“, betont er. Und er ergänzt: „Wir hoffen, dass sich alles vor den Augen Gottes und der Menschen aufklärt. Dann wird die Wahrheit erscheinen.“

Weihnachten statt Waffenruhe

Für Kritiker ist klar: Maduro will mit der verfrühten Weihnachtsstimmung von den existenziellen Problemen im Land ablenken – von Hunger, Inflation, Repression und nun auch der Kriegsgefahr. Doch er selbst verkauft das Fest als Rettung der Nation. „Es lebe die Harmonie, es lebe die Solidarität!“, ruft er im Studio. Harmonie, Solidarität und Weihnachtsmusik – während draußen Panzer und Soldaten in Stellung gebracht werden. (nha)

Verwendete Quellen: dpa, Con Maduro