Mehr als 3.000 Jobs betroffenVarta meldet Insolvenz an - aber nicht für Haushaltsbatterien

Der Batteriekonzern Varta kämpft ums Überleben.
Nach einem gescheiterten Sanierungsversuch beantragt das Traditionsunternehmen erneut Insolvenz in Eigenverwaltung. Für die rund 3.260 Beschäftigten gibt es zunächst aber eine wichtige Nachricht.
Warum Varta erneut in die Krise geraten ist
Der angeschlagene Batteriehersteller Varta steht erneut vor einer ungewissen Zukunft. Das Unternehmen aus Ellwangen hat beim Amtsgericht Stuttgart Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Damit soll der Geschäftsbetrieb stabilisiert und eine Sanierung ermöglicht werden. Über den Antrag will das Gericht in den kommenden Tagen entscheiden.
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Betroffen sind nach Unternehmensangaben neben der Varta AG auch die Gesellschaften Varta Microbattery GmbH, Varta Micro Production GmbH und Varta Storage GmbH. Die profitable Haushaltsbatterien-Sparte soll aus den Insolvenzen für die AG und die drei Töchter herausgehalten werden. Die Gläubiger um die Deutsche Bank und mehrere Hedgefonds wollen die Varta Consumer Batteries selbst übernehmen. Der Bereich sei „rechtlich und operativ separiert und finanziell eigenständig” aufgestellt, hieß es in der Mitteilung.
Das wirtschaftliche Umfeld habe sich verschlechtert
Als Gründe nennt Varta unter anderem eine schwächere Nachfrage, ungünstige Wechselkurse sowie die Entscheidung eines wichtigen Großkunden, die Zusammenarbeit zu beenden. Zuvor war bereits ein Sanierungsversuch gescheitert.
Mit dem Insolvenzantrag will das Unternehmen nun die Voraussetzungen schaffen, um den Betrieb langfristig fortzuführen.
Löhne sollen zunächst weitergezahlt werden
Für die rund 3.260 Beschäftigten, viele davon am Stammsitz in Ellwangen, gibt es zunächst Entwarnung. Varta teilt mit, dass Löhne und Gehälter auch nach dem Insolvenzantrag weitergezahlt werden.
Die baden-württembergische IG Metall fordert, das Unternehmen nicht allein unter Renditegesichtspunkten zu betrachten. Bezirksleiterin Barbara Resch bezeichnete Varta als ein Traditionsunternehmen mit 139-jähriger Geschichte. Es wäre aus ihrer Sicht ein schwerer Fehler, den Konzern nun vor allem nach den Interessen von Banken und Finanzinvestoren zu behandeln.
Was eine Insolvenz in Eigenverwaltung bedeutet
Anders als bei einer klassischen Insolvenz bleibt bei einer Eigenverwaltung die Unternehmensführung im Amt und führt das operative Geschäft weiter. Ein externer Insolvenzverwalter übernimmt also nicht die Leitung.
Stattdessen bestellt das Gericht einen Sachwalter. Dieser überwacht die Geschäftsführung und prüft die wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Erkennt er Nachteile für die Gläubiger, muss er den Gläubigerausschuss und das Insolvenzgericht umgehend informieren.
Nach Angaben von Varta war der Sachwalter bereits bei einer Videobotschaft an die Beschäftigten zugeschaltet. Ziel des Verfahrens ist es, mithilfe eines Insolvenzplans das Unternehmen zu sanieren und möglichst zu erhalten.
Verwendete Quellen: dpa, reuters
































