Direkt vor der berühmten Blauen MoscheeZwölf deutsche Touristen sterben! Dieser Anschlag in Istanbul macht bis heute fassungslos

Der Moment der Explosion: Bei dem Anschlag in Istanbul in direkter Nähe zur Blauen Moschee kamen am 12. Januar 2016 insgesamt zwölf Deutsche ums Leben.
Der Moment der Explosion: Bei dem Anschlag in Istanbul in direkter Nähe zur Blauen Moschee kamen am 12. Januar 2016 insgesamt zwölf Deutsche ums Leben.
Imago

Plötzlich gibt es einen ohrenbetäubenden Knall!
Eine deutsche Reisegruppe freut sich am 12. Januar 2016 in Istanbul auf die Besichtigung der berühmten Blauen Moschee – es ist der erste Morgen ihrer Orient-Rundreise. Die Gruppe versammelt sich auf dem Sultanahmet-Platz nahe des Obelisken. Nur wenige Meter vom Eingang zur Moschee entfernt. Dann, mit Höllenlärm und riesigen Flammen, bricht plötzlich der Tod über sie hinein.

„Ein mörderischer Akt“ – Selbstmordattentäter tötet zwölf Deutsche in Istanbul

Ein Selbstmordattentäter sprengt sich gegen 10.20 Uhr mitten unter den deutschen Touristen in die Luft, reißt zwölf von ihnen in den Tod, viele weitere sind teils schwer verletzt. Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel reagiert fassungslos auf die schlimme Tat in der Altstadt der türkischen Metropole, sie sei „ein mörderischer Akt“.

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Eine, die das Grauen an diesem Tag hautnah miterlebt, ist Martina Model. Ein Bombensplitter durchschlägt den Unterschenkel der Hotel-Inhaberin aus Dresden, ihr Mann verliert einen Teil des Gehörs. Das verrät sie vier Jahre nach dem Anschlag dem Stern. Das Geschehen lässt sie bis dahin nie los, die damals 67-Jährige muss mit der großen Angst vor dem nächsten Terror leben, die sie immer außerhalb ihrer Wohnung an öffentlichen Orten hat. Und das, obwohl sie gar keine Erinnerung an den Anschlag hat.

Bei dem Anschlag in Istanbul in direkter Nähe zur Blauen Moschee kamen am 12. Januar 2016 insgesamt zwölf Deutsche ums Leben.
Die Rettungskräfte sind vom Anblick der Opfer schockiert.
Reuters

Martina Model überlebt den Anschlag – wegen ihrer Jacke!?

Doch die Dresdnerin und ihr Mann überleben die Explosion – sie verdankt das vermutlich einem ihrer Kleidungsstücke. Dem Stern sagt sie: „Ich hatte einen dünnen Mantel an, der mit Federn gefüllt war. Im Nachhinein ist mir dann klar geworden: Die Jacke hat mir das Leben gerettet. Die Jacke war hinterher total zerfetzt. Die Federn hingen da überall raus. Ich geh davon aus, wenn ich eine normale Jacke angehabt hätte, hätte es mir sicherlich den ganzen Rücken ... wie bei den anderen im Prinzip auch.”

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Das (Über-)Leben genießen? Für Martina Model und ihren Mann ist das zum Zeitpunkt des Stern-Interviews nicht möglich! Stattdessen besteht ihr Leben aus Angst, Arztbesuchen und Traumatherapie.

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Gehörte der Täter zum Islamischen Staat (IS)?

Schon kurz nach dem Anschlag informiert die türkische Regierung über den Täter: Es soll der in Saudi-Arabien geborene Nabil F. gewesen sein. Der Anschlag wird der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugeschrieben, der 28-Jährige soll dort Mitglied gewesen sein. Doch der IS bekennt sich nie zu der Tat. Insgesamt sieben Hintermänner sind bis heute verurteilt – sie kommen nie wieder auf freien Fuß.

Auch heute ist der Fall noch präsent: Exakt zehn Jahre nach dem verheerenden Anschlag, am 12. Januar 2026, gedenken Menschen der zwölf deutschen Todesopfer. Unter anderem Überlebende und Angehörige der Getöteten halten eine gemeinsame Schweigeminute am Ort des Anschlags. Ein Überlebender schildert den Moment nach dem Anschlag und sagt: „Wir wussten nicht, bewegen wir uns noch auf diesem Globus oder laufen wir schon im Himmel.” (mit dpa)

Verwendete Quellen: DPA, Stern, Spiegel