Brief vom Gesundheitsamt versetzt Eltern in AufruhrTuberkulose-Alarm auf Säuglingsstation in Berlin! Haben sich Babys infiziert?

Rosa und blaue Nuckel für ein Mädchen und einen Jungen, aufgenommen in einem Babybettchen in Frankfurt (Oder) (Brandenburg) am 14.04.2015. Foto: Patrick Pleul/dpa
Babys in Berlin könnten mit Tuberkulose infiziert worden sein.
picture alliance / ZB / Patrick Pleul

Eltern sind schockiert!
Das Gesundheitsamt Lichtenberg fordert derzeit Eltern per Post auf, ihre Babys auf Tuberkulose untersuchen zu lassen. Der Grund: Während des Aufenthalts auf der sogenannten Wöchnerinnenstation (Neugeborenenstation) könnte es zu einem Kontakt mit einer erkrankten Person gekommen sein. Wer betroffen ist und welche Gefahr eine Tuberkuloseerkrankung birgt.

Gesundheitsamt in Berlin sucht Tuberkulose-Kontakt-Babys

Auf Facebook wendet sich eine Mutter an die Öffentlichkeit, die ein entsprechendes Schreiben des Gesundheitsamts Lichtenberg bekommen hat. In ihrem Beitrag schreibt sie: „Hat jemand auch ein Schreiben vom Gesundheitsamt bekommen, dass ihr Kind während des Aufenthaltes auf der Wöchnerinnenstation in Kontakt mit TUBERKULOSE gekommen ist?????”

Dazu teilt sie ein Bild des Briefes. Darin schreibt die Behörde: „Während Ihres Aufenthalts auf der Wöchnerinnenstation im Sana Klinikum Lichtenberg kann es zu einem Kontakt mit einer Person gekommen sein, bei der eine ansteckende Lungentuberkulose diagnostiziert wurde.” Aus diesem Grund ermittelt man derzeit „alle relevanten Kontaktpersonen” und fordert sie auf, eine Vorsorgeuntersuchung machen zu lassen.

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Gleichzeitig beruhigt das Gesundheitsamt in dem Schreiben aber auch und erklärt, „dass wir die Wahrscheinlichkeit, dass sich Ihr Kind angesteckt hat, als gering einschätzen”.

Die Mutter sei dennoch entsetzt und fragt sich, wer die erkrankte Person sein könnte: „Das kann nur jemand vom medizinischen Personal gewesen sein, denn das Baby war sonst nur bei seiner Mama im Zimmer”, schreibt sie.

Tuberkulose ist als der „Weiße Tod” bekannt

Auf Nachfrage des Berliner Kuriers habe eine Kliniksprecherin bereits die Untersuchung von 169 Kindern bestätigt. „Bei den bisherigen Untersuchungen wurden keine Infektionen festgestellt.“ Sollte bei einem Kind eine Infektion festgestellt werden, stünden „wirksame medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung“.

Tuberkulose ist auch als der „Weiße Tod“ bekannt. Es handelt sich um eine chronische Infektionskrankheit. Tuberkulose-Erreger befallen in der Regel die Lunge, gefährdet sind insbesondere untergewichtige und körperlich geschwächte Menschen. Die Inkubationszeit beträgt rund sechs bis acht Wochen. Das ist auch der Grund, warum in Berlin jetzt Eltern kontaktiert werden, deren Kinder bereits vor einigen Monaten zur Welt kamen.

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Deutschland gilt als Niedrig-Inzidenzland

Tuberkulose kommt in Deutschland zum Glück eher selten vor. Laut Robert Koch Institut ist Deutschland mit zehn Fällen pro 100.000 Einwohnern ein Niedrig-Inzidenzland. Im Jahr 2024 wurden etwa 4.391 Tuberkulosefälle gemeldet.

Weltweit gehen Mediziner aber von neun Millionen Erkrankungen pro Jahr aus, wobei rund 1,4 Millionen davon tödlich enden. Die am meisten betroffenen Gebiete befinden sich in Afrika, Osteuropa und Zentralasien.

Verwendete Quellen: Facebook, Robert Koch Institut