Ärger um Onlinehändler TemuGrusel-Fund auf Malta – Souvenir-Shop verkauft Handtuch mit Privatfoto eines Paares
Mit diesem Anblick hat sie nie gerechnet.
Als Chiara ein Video aus Malta sieht, traut sie ihren Augen kaum: Auf einem Strandhandtuch prangt ihr privates Foto mit ihrem Freund Lenny. Das Problem: Das Paar war nie auf der Mittelmeerinsel. RTL ist nach Malta geflogen und auf Spurensuche gegangen.
Privates Fotohandtuch sorgt für Rätsel
Vor rund zwei Jahren hatte die heute 23-jährige Chiara ihrem Partner Lenny ein personalisiertes Handtuch über die Onlineplattform Temu geschenkt. Das Handtuch zeigt ein privates Foto des Paares und sollte eigentlich ein Einzelstück sein.
Umso größer ist der Schock, als eine Amerikanerin dem Paar einen Beitrag aus Malta schickt. Darauf ist offenbar genau dieses Handtuch in einem Souvenirgeschäft zu sehen. Für Chiara ist das kaum zu erklären. „Wie kommt dieses Handtuch nach Malta? Das kann ja eigentlich gar nicht sein, weil davon gibt es nur eins“, sagt sie.
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Für die junge Frau steht der Verdacht im Raum, dass ihr privates Foto ohne ihre Zustimmung für weitere Produkte verwendet wurde.
„Meine größte Sorge ist eigentlich der Gedanke, dass sich andere dann auf mein Handtuch draufsetzen“, erzählt Chiara. Besonders der Gedanke, dass möglicherweise auch Fotos anderer Kunden – oder sogar Kinderbilder – betroffen sein könnten, bereitet ihr Sorgen.
RTL-Reporterin reist nach Malta
Um herauszufinden, ob noch weitere bedruckte Handtücher verkauft werden, reist RTL nach Malta. Tatsächlich finden wir den Souvenirshop, in dem das Handtuch zuvor entdeckt worden sein soll.
Vor Ort fragen wir eine Mitarbeiterin gezielt nach dem auffälligen Handtuch mit dem deutschen Paar drauf. Eine Erklärung gibt es jedoch nicht. Die Angestellte erklärt lediglich, sie wisse nichts darüber. Auch ein weiteres Gespräch bringt keine neuen Erkenntnisse. Damit bleibt offen, wie das Handtuch in den Laden gelangen konnte.
Temu reagiert auf den Fall
Auch Temu konnte nach eigenen Angaben den Weg des Handtuchs nicht erklären. Das Unternehmen betont allerdings, dass personalisierte Produkte von unabhängigen Händlern über die Plattform angeboten werden und nicht direkt von Temu selbst verkauft werden.
In einer Stellungnahme erklärt der Onlinehändler: „Wir haben bereits alle personalisierten Produkte des betroffenen Verkäufers entfernt und diesen für das Angebot personalisierte Artikel auf unserer Plattform gesperrt.“
Ob tatsächlich weitere Handtücher mit dem Foto des Paares produziert oder verkauft wurden, bleibt bislang unklar.
Für Chiara hat der Vorfall dennoch Konsequenzen. „Ich hab mich schon irgendwie benutzt gefühlt, so ausgenutzt, dass die da einfach mein Foto genommen haben und das wahrscheinlich mehrfach produziert haben, um das dann im Ausland zu verkaufen“, sagt sie. Für sie steht deshalb fest: „Ich würde nie wieder bei Temu bestellen. Jetzt nach der Sache.“
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche


