Swiss-Maschine auf dem Weg nach IbizaFlugbegleiter reanimieren Baby – Durchsage des Kapitäns berührt alle

Zürich, Schweiz - 23. September 2020: Ein Airbus A320 Flugzeug der Swiss mit dem Kennzeichen HB-JLS auf dem Flughafen Zürich (ZRH) in der Schweiz.
Ein Swiss-Airbus A320 auf dem Flughafen Zürich. Der Vorfall passierte auf dem größeren Modell A321.
mm sv, picture alliance / Markus Mainka, Markus Mainka

Die Maschine der Fluggesellschaft Swiss ist gerade auf der Insel Ibiza (Balearen/ Spanien) gelandet, als es um Leben und Tod geht.
Ein Baby an Bord kollabiert, es muss wiederbelebt werden. Was dann passiert, ist außergewöhnlich.

Mutter ruft nach der Landung um Hilfe

Die Mutter des Kindes habe nach der Landung von Flug WK 252 von Zürich nach Ibiza am Samstagabend um Hilfe gebeten. Der Gesundheitszustand des Kindes sei zu diesem Zeitpunkt unklar gewesen.

Nach Angaben der Airline leiteten Crewmitglieder gemeinsam mit Passagieren Wiederbelebungsmaßnahmen ein. Ein Swiss-Sprecher zu RTL.de: „Gleichzeitig hat die Cockpit-Crew umgehend eine Ambulanz angefordert. Als die medizinischen Einsatzkräfte eingetroffen sind, war das Kind wieder bei Bewusstsein.” Zum aktuellen Zustand des Babys macht Swiss keine Angaben, sagt aber: „Die Eltern, unsere Crew und die helfenden Passagiere waren erleichtert, dass wir das Kind dem medizinischen Personal zur weiteren Betreuung übergeben konnten.”

Swiss lobt die Passagiere von Flug WK 252

Besonders wichtig war laut Airline auch das Verhalten der übrigen Fluggäste. Passagiere in der Nähe seien ruhig sitzen geblieben. Dadurch konnten Helfer ohne zusätzliche Ablenkung arbeiten. „In so einer Situation ist jede Sekunde wertvoll“, erklärt Swiss. Gleichzeitig betont die Airline, dass ein solcher Einsatz an den Mitarbeitenden nicht spurlos vorbeigehe.

Eigentlich sollte das Flugzeug mit den Piloten, den Flugbegleitern und neuen Passagieren noch am selben Abend von Ibiza zurück nach Zürich fliegen. Doch der Kapitän entscheidet: Das machen wir nicht, wir verschieben den Rückflug auf den nächsten Tag. Erst müssten sich alle Besatzungsmitglieder von der extrem belastenden Situation erholen.

Der Swiss-Sprecher: „Wir bedauern die Umstände für die Passagiere sehr, die ihren Rückflug nicht wie geplant antreten konnten. Aber bei der Sicherheit gehen wir keine Kompromisse ein.”

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Die Reaktion aller Beteiligten berührt

Am Sonntag erklärt der Kapitän den 154 Passagieren, die eine Nacht länger auf Ibiza bleiben mussten, die Situation per Lautsprecherdurchsage. Die Schwester einer Reisenden sagte laut dem Schweizer Portal 20min, es habe großes Verständnis für die Notsituation geherrscht. Wie dramatisch die Situation im Flugzeug am Vorabend gewesen sei, lasse sich an der Durchsage des Piloten erahnen. „Man hört ja den Piloten, er ist sehr emotional in der Stimme. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass für den Piloten und die Crew in so einer Situation ein Weiterflug nicht möglich gewesen ist.” Doch „Gott sei Dank hat es einen positiven Ausgang gehabt.”

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, 20min.ch