3.000 Reisende leiden wegen seines „Witzes”24-jähriger Urlaubs-Trottel löst mit dummem Spruch Chaos am Stuttgarter Flughafen aus

Polizeieinsatz am Flughafen Stuttgart: Bundespolizei räumt Terminals  massive Einschränkungen
Wegen eines polizeilichen Einsatzes am Flughafen Stuttgart sind die Terminals am Montag geräumt worden. Nach Angaben der Bundespolizei wurde auch der Flugverkehr vorübergehend eingestellt.
IMAGO/onw-images/Daniel Kessler

Ein Satz reicht – und am Stuttgarter Flughafen bricht das Chaos aus.
Ein 24-Jähriger sagt nach der Sicherheitskontrolle zu einer Mitarbeiterin, er habe eine Bombe im Gepäck. Wenig später stehen Starts und Landungen still, der Sicherheitsbereich wird geräumt und Tausende Passagiere müssen warten.

Was für ein folgenschwerer Satz!

Die Einsatzkräfte nehmen die Aussage des Mannes natürlich ernst – und reagieren sofort. Die Bundespolizei lässt den Sicherheitsbereich der Terminals räumen. Gleichzeitig setzt der Flughafen sämtliche An- und Abflüge aus.

Zwischen 16.30 Uhr und 18 Uhr ruht der Flugbetrieb für rund anderthalb Stunden.

Beamte durchsuchen den betroffenen Bereich. Kurz darauf folgt die Entwarnung: Eine tatsächliche Gefahr können die Einsatzkräfte ausschließen. Doch die Folgen der Aktion sind da längst enorm.

Fast 30 Flüge sind betroffen

Ein dummer Spruch löst Chaos am Stuttgarter Flughafen aus.
Ein dummer Spruch löst Chaos am Stuttgarter Flughafen aus.
Daniel Kessler/onw-images/dpa, Daniel Kessler

Nach Angaben des Flughafens trifft der Einsatz rund 3.000 Reisende und fast 30 Flüge.

Neun Verbindungen fallen komplett aus. Weitere neun Maschinen werden umgeleitet – vor allem nach Nürnberg und zum Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden. Bei elf weiteren Flügen kommt es zu Verspätungen von bis zu drei Stunden.

Dass das Ganze ausgerechnet am Abend passiert, verschärft die Lage zusätzlich. „Die Abendstunden sind am Flughafen die Hauptverkehrszeit, da sind viele Flüge angesetzt“, erklärt eine Sprecherin des Flughafens. Eine Unterbrechung sei dann besonders hart.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Alle Passagiere müssen erneut durch die Sicherheitskontrolle

Auch nach der Entwarnung ist das Chaos nicht sofort vorbei. Weil die Bundespolizei den Sicherheitsbereich zuvor geräumt hat, müssen sich alle Passagiere noch einmal kontrollieren lassen. Erst danach kann der Flughafen den Betrieb Schritt für Schritt wieder aufnehmen. Bis sich die Situation normalisiert, dauert es entsprechend länger.

Für den 24-Jährigen ist die Reise vorbei

Auch für den Mann selbst hat seine Aussage unmittelbare Folgen.

Eigentlich will der 24-Jährige nach Hurghada in Ägypten fliegen. Nach dem Vorfall wird er jedoch von seinem Flug ausgeschlossen.

Die Polizei leitet gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten ein. Anschließend kommt der Mann wieder auf freien Fuß.

Für rund 3.000 andere Reisende bleibt ein Abend voller Ausfälle, Umleitungen und stundenlanger Verspätungen.

Verwendete Quelle: dpa