Stephanie H. tot gefundenEhemann gab RTL noch Interview: Warum sprechen Tatverdächtige mit der Presse?
Vor der Kamera gibt er sich ahnungslos – wenig später gerät er unter dringenden Tatverdacht!
Tagelang fehlt von Stephanie H. jede Spur. Im Video seht ihr, wie Ihr Ehemann während der Suche noch mit RTL spricht und sagt: „Wir wissen nicht, was Sache ist.” Nur Stunden später finden Polizisten die 46-Jährige tot in einem Waldstück bei Zülpich. Warum wenden sich Tatverdächtige überhaupt an die Öffentlichkeit? Psychologin Janina Hagemann erklärt, was dahinterstecken kann.
Warum sprechen Tatverdächtige mit der Presse?

Nur wenige Stunden vor dem Fund der Leiche hatte Stephanies Ehemann RTL noch ein Interview gegeben. Psychologin Janina Hagemann erklärt, dass Täter mit öffentlichen Auftritten unterschiedliche Ziele verfolgen können. „Dass Täter Interviews geben, sich an Suchaktionen beteiligen, könnte möglicherweise daran liegen, dass sie den Versuch unternehmen, auch Ermittlungen mitzugestalten, von sich abzulenken”, sagt sie. „Andererseits wollen sie aber auch dieses Ohnmachtsgefühl loswerden und versuchen, über Teilnahme an Suchaktionen, Interviews, beispielsweise auch an exklusives Wissen der Ermittlungsbehörden zu kommen.”
Täter haben laut Hagemann dadurch möglicherweise auch die Erwartung, Ermittlungen aktiv lenken zu können – beispielsweise indem sie die Ermittler bei einer Suchaktion bewusst in ein anderes Gebiet führen.
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Auch der Versuch, Normalität auszustrahlen, könne eine Rolle spielen: „Es gibt auch Gründe darüber hinaus, die in der Persönlichkeit der Menschen liegen. Beispielsweise ein normales Verhalten zu etablieren, damit ich möglichst nicht auffällig wirke.”
Psychologin analysiert RTL-Interview des Ehemanns

RTL zeigt Hagemann das Interview mit dem tatverdächtigen Ehemann. „Auffällig fand ich erstmal, dass der Mann erschöpft aussieht, was in so einer Situation sicherlich nicht verwunderlich ist. Gleichzeitig ist mir aufgefallen, dass er an keinem Punkt ja auch sorgenvoll von seiner Frau oder Exfrau spricht, eher so resümiert, dass es gerade schwierig ist.”
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Auch seine Emotionen nimmt die Psychologin in den Blick: „Im Interview wirkt der Mann recht abgeflacht hinsichtlich seiner Emotionen. Er zeigt jetzt kein Weinen, scheint aber auch nicht besonders wütend zu sein, auch nicht besonders in Sorge zu sein. Jedoch muss man dazu sagen, dass er sich ohne Zweifel in einer Extremsituation befindet und dass auch Trauer sich möglicherweise genauso äußert.”
Heißt: Ob jemand weint, ruhig wirkt oder vor einer Kamera spricht, lässt für sich genommen keinen verlässlichen Schluss darauf zu, ob die Person etwas mit einer Tat zu tun hat. Gegen Stephanies Ehemann besteht dringender Tatverdacht. Ob und in welchem Umfang er für ihren Tod verantwortlich ist, müssen die weiteren Ermittlungen klären.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen



