Experten sehen „Silver Tsunami” in DeutschlandWird der Traum vom Eigenheim bald für viele wahr?

Können sich junge Menschen bald doch wieder eine Immobilie leisten?
Steigende Immobilienpreise lassen das eigene Haus für viele junge Menschen gerade ferner denn je erscheinen. Durch den Nahost-Krieg könnten die steigenden Energiepreise nicht nur die Wirtschaft, sondern durch mögliche Zinssenkungen auch Käufer und Mieter weiter unter Druck setzen. Und dennoch könnten junge Menschen bald wieder größere Chancen auf dem Immobilienmarkt haben!
Was der „Silver-Tsunami” auf dem Immobilienmarkt bedeutet
Grund: Die geburtenstarken Jahrgänge – die sogenannten Babyboomer (ab Jahrgang 1946) – besitzen und bewohnen einen großen Teil der Eigenheime. Doch wenn diese Jahrgänge in den kommenden Jahren und Jahrzehnten ihre eigenen vier Wände aufgeben, vererben oder verkaufen, können viele Häuser in schneller Zeit den Besitzer wechseln.
Der Begriff „Silver-Tsunami” ist übrigens nicht zufällig entstanden – „Silver” steht für das hohe Alter der Menschen, die ihr Eigentum verkaufen. Der „Tsunami” steht für die Wucht der Veränderung. Es geht nicht um vereinzelte Verkäufe, sondern um eine regelrechte Welle von Häusern und Wohnungen, die in einem überschaubaren Zeitraum auf den Markt drängen. In anderen Ländern ist der Begriff bereits gängig, in Deutschland wandert er zunehmend in den Sprachgebrauch.

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Laut einer Analyse der Immobilienplattform „Jacasa”, die RTL vorliegt – zuerst berichtete Bild – befinden sich im bundesweiten Durchschnitt rund 32 Prozent der Eigenheime im Besitz der sogenannten Babyboomer.
In den kommenden zehn bis 20 Jahren könnten viele Häuser und Wohnungen altersbedingt auf den Markt kommen. Laut „Jacasa” könnte vor allem in ländlichen Regionen ein großes Angebot auf weniger Käufer treffen. „Die nachfolgenden Generationen sind meist kleiner und ziehen verstärkt in die Städte. In strukturschwachen Regionen droht ein Angebotsüberhang, mit Folgen für Preise, Leerstand und ganze Ortskerne”, begründet „Jacasa”.
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Besonders stark betroffen sind Regionen, in denen ein großer Teil der Häuser älteren Eigentümern gehört. Spitzenreiter ist die Uckermark in Brandenburg. Dort befinden sich 47,7 Prozent aller Eigentumsimmobilien in Babyboomer-Hand – also fast jedes zweite Haus. Aber auch NRW und besonders die Kreise Ennepe-Ruhr (44,9%) und Recklinghausen (43%) spielen oben mit. Zudem zählen auch Meißen in Sachsen (44,4%) und Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen (43%) dazu.


