Schwere VerbrennungenHorror-Mutter lässt Föhn neben ihrem Baby laufen – bis die drei Monate alte Dahlia-Rose stirbt

Dahlia-Rose stirbt, weil sie zu lange neben einem heißen Föhn gelegen hat.
Mindestens 20 Minuten, möglicherweise sogar eine Stunde; so lange muss der Föhn nach Einschätzung des Richters nahe bei der kleinen Dahlia-Rose gelaufen sein. Das drei Monate alte Baby aus Schottland erleidet schwerste Verbrennungen.
Courtney Gartshore war stark alkoholisiert
Am Freitag (14. August) hat der High Court in Edinburgh die Mutter Courtney Gartshore wegen Totschlags zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Die Tat ereignet sich am 30. September 2023 im schottischen Peterhead. Am Abend zuvor ist Gartshore mit Freunden und Nachbarn unterwegs und trinkt laut den Feststellungen des Gerichts erheblich Alkohol. Ihre kleine Tochter hat sie die gesamte Zeit bei sich. Erst gegen vier Uhr morgens kehren Mutter und Kind nach Hause zurück.
Irgendwann zwischen etwa 4 und 9 Uhr setzt Gartshore ihre Tochter dann der anhaltenden Hitze eines Föhns aus. Das Gerät findet die Polizei später eingesteckt neben dem Bett der Mutter. Warum und wie genau es dazu kam, blieb auch im Prozess ungeklärt. Gartshore habe nicht offengelegt, was in diesen Stunden passiert sei, erklärte Richter Simon Collins.
Verbrennungen vermutlich nicht die Todesursache
Die Folgen sind verheerend. Rund 18 Prozent der Körperoberfläche von Dahlia-Rose weisen Verbrennungen auf, besonders betroffen sind Kopf, Gesicht, Hals, Oberkörper und der rechte Arm. Nach Einschätzung der Sachverständigen der Anklage stirbt das Mädchen wahrscheinlich an Überhitzung und Hitzschlag. Die Verbrennungen allein wären demnach vermutlich überlebbar gewesen.
Die Verteidigung hatte dagegen argumentiert, das Baby könne bereits zuvor aus einer anderen, ungeklärten Ursache gestorben sein. Die Geschworenen folgen dieser Darstellung nicht. Am 16. Juli sprechen sie Gartshore einstimmig schuldig.
Besonders schwer wiegt für den Richter, wie lange das Kind der Hitze ausgesetzt gewesen sein muss. Gartshore müsse den Föhn eingeschaltet, nahe bei Dahlia-Rose platziert und dort mindestens 20 Minuten, womöglich sogar eine Stunde laufen gelassen haben. In dieser Zeit hätte ihr auffallen müssen, dass ihr Baby schwerste Verletzungen erleidet und Schmerzen hat.
Richter spricht von „verstörendem“ Fall
Richter Collins bezeichnet den Tod des Babys als einen außergewöhnlich verstörenden und erschütternden Fall. Zugleich stellt er klar, dass die Staatsanwaltschaft Gartshore weder eine Tötungs- noch eine Verletzungsabsicht vorgeworfen hatte. Das Gericht wertet ihr Verhalten vielmehr als grob fahrlässig beziehungsweise rücksichtslos.
Erschwerend berücksichtigt Collins unter anderem das Alter und die völlige Abhängigkeit des Babys von seiner Mutter sowie Gartshores Alkoholisierung. Außerdem sieht der Richter Hinweise auf einen anschließenden Vertuschungsversuch. Gartshore brachte den Körper ihrer Tochter vor dem Eintreffen von Polizei und Rettungskräften aus dem Schlafzimmer auf den Balkon und bestritt später, etwas über die Ursache der Verbrennungen oder den Einsatz des Föhns zu wissen. Der Richter hält das für unglaubwürdig.
Sechs Jahre Gefängnis für Courtney Gartshore
Zu ihren Gunsten berücksichtigt das Gericht, dass die 28-Jährige zuvor nicht vorbestraft war. Der Richter verweist außerdem auf ihre psychischen Probleme, ihre schwierige Situation als junge alleinerziehende Mutter und die begrenzte Unterstützung, die sie hatte. Das entschuldige ihr Verhalten nicht, müsse bei der Strafhöhe aber berücksichtigt werden.
Verwendete Quellen: Judiciary of Scotland, Police Scotland, BBC, The Sun


