Erstes Exklusiv-Interview mit RTLWill Russland seinen Tod? Deutscher Waffenfirma-Chef lebt seit Monaten im Untergrund

Russland soll mutmaßlich einen Mordanschlag gegen ihn geplant haben: Stefan Thumann, Gründer des Waffenherstellers Donaustahl.
Russland soll mutmaßlich einen Mordanschlag gegen ihn geplant haben: Stefan Thumann, Gründer des Waffenherstellers Donaustahl.
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„Ich liefere mir mit dem russischen Militärgeheimdienst ein Duell um mein Leben!“
Das berichtet Stefan Thumann, der Gründer des Waffenherstellers Donaustahl, RTL im exklusiven Interview. Der russische Geheimdienst soll mutmaßlich einen Mordanschlag gegen ihn geplant haben – vermutlich, weil er Drohnen an die Ukraine liefert. Jetzt spricht er das erste Mal darüber.

Kurz vor Weihnachten klingelte das Telefon

Es hat Monate gedauert, bis es zum Treffen für dieses Interview kam: Höchste Sicherheitsstufe, absolute Geheimhaltung, nur eine Handvoll Eingeweihter. Stefan Thumann sagt: „Ich bin zu einer der größten Gefahren für das Putinregime in Europa geworden.“ Er habe sein Testament gemacht, eine Organspendeerklärung, eine Patientenverfügung. „Dinge, die man eigentlich in meinem Alter noch nicht so auf dem Schirm hat“, so der 39-jährige Unternehmer aus Bayern. Die Reporter von RTL und stern trafen Thumann an einem unbekannten Ort unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen.

Im Dezember 2025, kurz vor Weihnachten, bekommt er einen Anruf. Am anderen Ende: deutsche Sicherheitsbehörden. Mit der Warnung, der russische Geheimdienst plane offenbar, ihn umzubringen. „Ich war geschockt.” Seither lebe er de facto im Untergrund: „Ständig wechselnde Aufenthaltsorte, 24 Stunden Personenschutz, das Privatleben ist aufgelöst“, sagt Thumann.

Russische Wegwerfagenten spähten Thumann aus

Der Generalbundesanwalt ließ im März zwei sogenannte Wegwerfagenten festnehmen. Sie hätten Thumann ausgespäht, mutmaßlich zur „Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen gegen die Zielperson”.

Der Begriff „Wegwerfagent“ beschreibt Amateure oder Kleinkriminelle, „die oft einfache Aufträge bekommen, die früher ein ausgebildeter Spion ausgeführt hätte“, erklärt Jürgen Kayser, Verfassungsschutzchef von Nordrhein-Westfalen, RTL und dem Stern. Diese würden oftmals Rüstungsunternehmen ausspähen, Bundeswehrstandorte mit Drohnen abfotografieren oder Logistikstrecken der Bahn filmen. „Das dient Russland zur Vorbereitung von Sabotageakten”, so Kayser.

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Thumann sollte offenbar mit russischem Nervengift getötet werden

Doch nach der Festnahme der Wegwerfagenten ist die Gefahr wohl nicht vorbei. Laut dem Bundestagsabgeordneten Bastian Ernst waren die Pläne gegen Thumann weit fortgeschritten. „Die Informationen, die uns vorliegen, zeigen klar, dass es mit Novichok passieren sollte”, sagt er im Interview mit RTL. Nur wenige Milligramm des Nervengifts sind bereits tödlich. Ein kurzer Hautkontakt reicht aus. Und es sei ein Zeichen von Russland, erklärt Ernst: „Niemand sonst macht das. Es ist nachvollziehbar, wer es war, ohne dass man es wirklich beweisen kann.”

Stefan Thuman schlafe nun immer neben seinem Computer, erzählt er. Und sobald er aufwache, beginne er zu arbeiten, damit er möglichst wenig über seine Lage nachdenken müsse. Der Krieg in der Ukraine sei nun auch sein „ganz persönlicher Krieg.“

„Putins Wegwerfagenten – Die billigen Vollstrecker” ab morgen auf RTL+

Die gesamte Dokumentation „Putins Wegwerfagenten - Die billigen Vollstrecker” für das Format „stern Investigativ“ ist ab Mittwoch, dem 19. August, ab 18.45 Uhr hier auf RTL+ abrufbar.