934 Silbermünzen auf einem AckerFamilienvater findet riesigen Römer-Schatz

Er zieht eine Silbermünze nach der anderen aus dem Boden.
Doch selbst nach 15 Funden schlägt der Metalldetektor von Oliver Riedl weiter an. Was Archäologen anschließend bei Wesseling südlich von Köln bergen, ist eine kleine Sensation.
Erst 1, dann 2, dann 3 – dann 934
Ein ganz gewöhnlicher Acker wird für Familienvater Oliver Riedl zum Fundort eines außergewöhnlichen Schatzes. Mit einer Sonde sucht er bei Wesseling in Nordrhein-Westfalen den Boden ab, als plötzlich eine römische Silbermünze auftaucht. Dann die nächste. Und noch eine. Nach 15 Münzen ist immer noch kein Ende in Sicht.
„Für mich war klar, dass hier etwas Größeres im Boden liegt“, sagt Riedl laut dpa. Statt selbst weiterzugraben, trifft der Sondengänger eine wichtige Entscheidung.
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Riedl informiert das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland. Fachleute untersuchen die Stelle und bergen schließlich insgesamt 934 römische Silberdenare. Mehr als drei Kilogramm bringt der Münzschatz auf die Waage.
Größter Münzschatz aus dieser Zeit
Nach Angaben des LVR-Amtes handelt es sich um den größten Münzschatz aus der Zeit des römischen Kaisers Hadrian, der bislang in Deutschland gefunden wurde. Weltweit ist demnach nur von vier größeren Funden aus diesem Zeitraum bekannt. Das Amt bezeichnet die Entdeckung als „sensationell“.
Vermutlich vergrub jemand die Münzen um 130 nach Christus. Einige Stücke waren damals bereits uralt. Die älteste Münze stammt aus dem Jahr 148 vor Christus und war mehr als 270 Jahre im Umlauf, bevor sie im Boden verschwand.
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Der Besitzer könnte sechs Jahre dafür gespart haben
Warum jemand ein solches Vermögen versteckte, lässt sich heute nicht mehr klären. „Wir können über die Beweggründe nur spekulieren“, erklärt der Leiter des LVR-Amtes, Eich Claßen. Eine naheliegende Erklärung sei die sichere Aufbewahrung gewesen. Banken im heutigen Sinne gab es damals schließlich nicht.
Wie viel Geld hier zusammenkam, zeigt ein Vergleich. Ein römischer Legionär verdiente nach Angaben des LVR-Amtes etwa 300 Denare pro Jahr. Nach Abzügen für Lebensmittel und Ausrüstung blieben ihm ungefähr 150 Denare. „Ein Legionär hätte somit rund sechs Jahre sein gesamtes verfügbares Geld sparen müssen, um den Wesselinger Schatzfund anzusammeln“, erklärt die wissenschaftliche Referentin Rahel Otte.
Der reine Materialwert der Münzen liegt heute bei etwas mehr als 6.000 Euro. Für die Wissenschaft ist der Fund laut Otte jedoch weitaus wertvoller.
Finder Oliver Riedl macht alles richtig
Dass die Forscher heute so viel über den Fund herausfinden können, verdanken sie auch Riedls Verhalten. Er besaß die erforderliche Genehmigung für die Suche und ließ nach seiner Entdeckung die Fachleute übernehmen. „Durch seine Umsicht waren wir in der Lage, den Hortfund fachgerecht und vollständig zu bergen“, lobt Landesarchäologe Claßen.

Behalten darf Riedl seinen Sensationsfund nicht. Der Römer-Schatz gehört nun dem Land Nordrhein-Westfalen. Ganz leer geht der Familienvater trotzdem nicht aus. Das NRW-Heimatministerium wird ihm eine Belohnung geben.
Verwendete Quellen: dpa
































