Gedenkort nach CSD-Terror beschädigtRegenbogenbank in Berlin zerstört – „Ich bin wirklich fassungslos“

Die zerstörte Regenbogenbank wurde inzwischen abgebaut. Gegenüber steht der neu gepflanzte Baum, der ebenfalls an den CSD-Anschlag erinnern soll.
Die zerstörte Regenbogenbank wurde inzwischen abgebaut. Gegenüber steht der neu gepflanzte Baum, der ebenfalls an den CSD-Anschlag erinnern soll.
Marvin Zubrod/dpa

Ein Gedenkort wird selbst Ziel der Zerstörung.
Unbekannte haben in der Nacht einer Regenbogenbank im Berliner Tiergarten zerstört. Sie war erst Anfang August nach dem tödlichen Terroranschlag auf den Christopher Street Day aufgestellt worden. Berlins Queer-Beauftragter Alfonso Pantisano reagiert erschüttert.

Farbige Holzbohlen von der Bank gerissen

Von der bunten Gedenkbank ist kaum noch etwas übrig. Auf einem Foto, das Alfonso Pantisano (SPD) am Dienstag (1. September) auf Instagram veröffentlicht, liegen die abgerissenen Holzbohlen verstreut auf dem Boden. „Heute Morgen erreicht mich dieses Foto aus dem Berliner Tiergarten – und ich bin gerade wirklich fassungslos“, schreibt er.

Nach Angaben des Bezirksamtes Mitte wurde die Bank in der Nacht zerstört. Am Vormittag wurde sie bereits abtransportiert. Doch der Gedenkort soll zurückkommen: Die Bank werde wiederhergestellt, sagt ein Sprecher des Bezirksamtes.

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„Hier haben wir gestanden, geweint, Blumen niedergelegt“

Die Bank war erst am 6. August vom Bezirk Mitte aufgestellt worden. Daneben wurde ein neuer Baum gepflanzt. Der vorherige Baum war beim islamistischen Terroranschlag auf den Berliner CSD am 25. Juli zerstört worden. „An genau diesem Ort haben wir in den Tagen danach gestanden, geweint, Blumen niedergelegt, Kerzen angezündet und versucht zu begreifen, was da eigentlich passiert ist“, schreibt der Queer-Beauftragte auf Instagram.

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Die Regenbogenbank und ein neu gepflanzter Baum sollten einen Ort zum Innehalten schaffen – für stille Anteilnahme und als Zeichen der Solidarität mit der queeren Community. Für Pantisano überschreitet die Beschädigung dieses Gedenkortes eine Grenze. „Wenn jemand geglaubt haben sollte, mit dieser Zerstörung auch das Zeichen dahinter zerstören zu können, dann haben diese Personen nichts verstanden.”

Erst Anfang August wurde die Regenbogenbank im Berliner Tiergarten als Gedenkort für die Opfer des CSD-Anschlags aufgestellt.
Erst Anfang August wurde die Regenbogenbank im Berliner Tiergarten als Gedenkort für die Opfer des CSD-Anschlags aufgestellt.
IMAGO/Funke Foto Services

Eine Frau stirbt, 31 Menschen werden verletzt

Am 25. Juli fährt ein 21-jähriger Attentäter am Rande der CSD-Veranstaltung mit einem Fahrzeug in eine Menschengruppe und prallt anschließend gegen den Baum. Danach greift er weitere Menschen mit einer Machete an und flieht. Eine Frau aus Polen kommt bei dem Anschlag ums Leben, 31 weitere Menschen werden zum Teil schwer verletzt. Einen Tag später wird der Attentäter bei einem Polizeieinsatz erschossen. (nha)

Verwendete Quellen: Instagram, dpa, AFP