Vorfall in BrandenburgAnschlag an deutschem Kraftwerk – Polizei bestätigt Detonation

Bei einem Angriff auf ein Umspannwerk beim Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs hat es mindestens eine Detonation gegeben.
Die Märkische Allgemeine Zeitung berichtete zuvor, es seien „Vorrichtungen für mit Sprengstoff bestückte Raketen gefunden” worden. Die Polizei sagt zu RTL: Von einem Raketenangriff könne keine Rede sein.
Anschlag auf Umspannwerk Jänschwalde – Raketen treffen Anlage
Am Umspannwerk des Kraftwerks Jänschwalde in Südbrandenburg hat es am Dienstag offenbar einen gezielten Angriff gegeben. Die Polizei teilte mit, es sei heute gegen 8.00 Uhr eine mögliche Sachbeschädigung an einer Leitung festgestellt worden. „Spuren werden gesichert”, sagte die Sprecherin. „Entschärfer sind vor Ort.” Es seien mehrere sogenannte unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtung entdeckt worden, die aber nicht alle explodiert seien, sagte eine Sprecherin des Brandenburger Polizeipräsidiums in Potsdam. Nach Angaben des Netzbetreibers 50Hertz kam es zu einer kurzzeitigen Leitungsunterbrechung.
Ein Sprecher des Kraftwerksbetreibers Leag sprach von einem Anschlag. In der Folge habe es einen technischen Ausfall eines Blocks des Kraftwerks gegeben. „Ein möglicher Zusammenhang wird geprüft”, erklärte er. Derzeit werde an der Wiederinbetriebnahme des Blocks gearbeitet.
Weitere Details gab es zunächst nicht. Zuvor berichtete die Märkische Allgemeine Zeitung. Einsatzkräfte hätten vor Ort mehrere Vorrichtungen für mit Sprengstoff bestückte Raketen gefunden und diese entschärft, schrieb die Zeitung unter Berufung aus Sicherheits- und Unternehmenskreisen. Ihr liege ein Foto vor, das es eine solche Vorrichtung unklarer Bauart zeigen soll. Das Umspannwerk solle mehr als einmal getroffen worden sein. Das mutmaßliche Ziel sei offenbar ein großflächiger Stromausfall am Block E des Kohlekraftwerks gewesen.
In dem Umspannwerk Preilack im Landkreis Spree-Neiße unweit der Landesgrenze zu Sachsen wird der Strom, der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugt wird, überregional und regional verteilt. Nach Angaben der Leag wurde das Kraftwerk Jänschwalde in den Jahren 1976 bis 1989 als letzter Kraftwerksneubau der DDR errichtet.
Mehrere Anschläge im Großraum Berlin
Im Januar hatten mutmaßlich linksextreme Täter Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins angezündet und kurzgeschlossen. Rund 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Geschäfte und Firmen sowie Krankenhäuser und Pflegeheime waren tagelang ohne Strom. Zu dem Brandanschlag bekannten sich die linksextremistischen sogenannten „Vulkangruppen”, die als Ziel den Kampf gegen Kapitalismus angaben.
Im März 2024 hatte eine Gruppe Feuer an einen großen Strommast gelegt, der auch für die Versorgung der Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin nötig war. Die Produktion wurde durch die Sabotage tagelang gestoppt.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche/ MAZ, afp, dpa


