Erst schießt er, dann rennt er einfach davonJäger erschießt Hündin, weil er sie für einen Wolf hält!

Hündin Java wird von Jäger mit Wolf verwechselt und erschossen.
Hündin Java gehörte zur Rasse der Tschechoslowakischen Wolfhunde.
privat/Lars Reinink

Sie war ein liebevoller Familienhund!
Lars Reinink ist an einem frühen Abend in Nordhorn mit seiner Hündin Java auf einer Wiese am Waldrand spazieren. Es ist eine beliebte Strecke für viele Hundebesitzer. Die Hündin bleibt kurz stehen und schnüffelt nichtsahnend in der Gegend herum. Plötzlich ertönt ein leises Klicken, dann fällt aus der Ferne ein Schuss. Java wird tödlich verletzt.

„Man kann kaum klar denken und zittert am ganzen Körper”

Unmittelbar nach dem Schuss sackt die Hündin zu Boden. Sie ist sofort tot. Lars Reinlink realisiert in dem Moment, dass ein Jäger aus der Ferne auf seine Hündin gezielt hat, schaut diesem sogar in die Augen. Doch der rennt daraufhin sofort mit seinem Kollegen weg und ergreift die Flucht. „Ich habe noch geschrien: ‚Hey, bleib mal stehen‘, aber sie sind einfach weggerannt“, sagt der 34-Jährige im RTL-Interview.

Streaming-Tipp: Der Hundeprofi jetzt streamen bei RTL+

Kurze Zeit später wird ihm bewusst, dass er seine geliebte Hündin für immer verloren hat. „Das war ein Riesenschock. Das ist wie im Film, wenn plötzlich Schüsse fallen. Man kann kaum klar denken und zittert am ganzen Körper”, erzählt er. Er nimmt schließlich seine tote Hündin in den Arm, trägt sie noch fast einen Kilometer zu seinem Auto. Dann fährt er zur Polizei und erstattet Anzeige. Nach RTL-Informationen hat die Polizei den Fall bereits an die Staatsanwaltschaft weitergegeben.

Video-Tipp: Aus diesem Grund wirft eine Frau Hunde vom Hochhaus!

Auch wenn das Erlebte nun schon ein paar Wochen her ist, herrscht bei Lars und seiner Familie weiterhin Fassungslosigkeit. Gleichzeitig wächst das Unverständnis für die Tat und die große Frage nach dem Warum. Denn laut Lars habe es an dem Tag freie Sicht gegeben, zudem hätte man das Hundehalsband gut sehen können. Eine Verwechslung mit einem Wolf sei also unwahrscheinlich.

Lese-Tipp: „Wie viel Glück wir hatten” – Eltern schockiert nach Wolfsangriff auf ihr Kind (6)

Kurios ist jedoch, dass sich der Schütze wenige Tage später mit einem Brief bei Lars Reinink meldet. Offenbar hat er die Kontaktdaten des 34-Jährigen herausgefunden. In dem Schreiben, das RTL vorliegt, beteuert der Jäger unter anderem, dass er Angst vor einem vermeintlichen Wolf gehabt und im Affekt gehandelt habe. Doch laut der zuständigen Jägerschaft des Kreises ist ein Schuss ohnehin nicht erlaubt gewesen. „Auch ein Wolf darf nur geschossen werden, wenn es eine amtliche Genehmigung dafür gibt. Der Jäger hatte in keinem Fall das Recht zu schießen”, sagt Gerhard Plöns von der Jägerschaft des Landkreises Grafschaft Bentheim auf Nachfrage.

Urne und Bild von Hündin Java
Mit einem Bild und einer Urne erinnert die Familie an die erschossene Hündin.
privat/Lars Reinink
Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Familie hofft auf Ermittlungsergebnisse

Die Familie hat den Verlust des Tieres bis heute nur schwer verarbeitet. Immer wieder wird im Gespräch deutlich, wie sehr sie weiterhin um Java trauert. „So richtig abschließen konnten wir bis jetzt nicht. Es fehlt einfach was”, sagt Lars Reinink. Inzwischen hat er sich einen Anwalt genommen und wartet auf weitere Ergebnisse der Ermittlungen.

Streaming Tipp
Explosiv - Das Magazin
Jetzt auf RTL+ streamen

Auch wenn es seine geliebte Hündin nicht wieder zurückbringt, fordert er Konsequenzen für den Jäger. „Wir fordern, dass der Jagdschein entnommen wird. Aber wir wollen auch andere Jäger dazu anhalten, genau zu schauen und zu überlegen, bevor man wirklich schießt. Wir wollen, dass anderen dieses Leid erspart bleibt”, sagt Lars Reinink. Er und seine Familie hoffen nun in dem Fall auf Akteneinsicht und auf ein für sie kleines Stück Gerechtigkeit.

Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche