„Die Tiere lagen noch dampfend auf der Straße“Blutige Hetzjagd in Cuxhaven – Wölfe metzeln 20 Schafe nieder
Es ist ein reglrechtes Massaker in der Dunkelheit.
Im Landkreis Cuxhaven (Niedersachsen) haben Wölfe eine Schafherde in blinde Panik versetzt und über Kilometer gejagt, bis die völlig erschöpften Tiere keine Chance mehr hatten. Während Schäfer Frank Mählmann um seine Tiere trauert, wurde im Schwarzwald bereits ein Problemwolf zum Abschuss freigegeben – wie es dort zu der Entscheidung kam, seht ihr im Video.
Kilometerlange Jagd endet im Dorf – 20 Schafe tot
Das Bild, das sich Landwirt Jörg Offermann am Dienstagmorgen (17. Februar) bietet, ist der reine Horror. Ein Bekannter alarmiert ihn, nachdem er tote Tiere am Ortseingang von Mittelstehnahe gefunden hatte. „Da lagen neun tote Schafe. Und die Schafe, die da noch standen, die waren schwer verwundet, da hingen die Innereien raus. Das war wirklich ein fürchterlicher Anblick“, sagt er im Interview mit RTL. Insgesamt 20 Tiere überleben die Nacht nicht, darunter auch hochträchtige Muttertiere. Viele weitere werden verletzt.
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Laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen deuten die Rissspuren eindeutig auf einen Wolfsangriff hin, DNA-Proben werden noch ausgewertet. Schäfer Frank Mählmann steht fassungslos vor dem, was von seiner Herde übrig ist: „Das war eine Hetzjagd hier durch die Feldmark.“

Seit dem Angriff ist im Ort Lamstedt nichts mehr wie zuvor. Eltern haben Angst um ihre Kinder, man geht nur noch ungern alleine vor die Tür. „Man kommt abends nicht richtig zur Ruhe“, sagt Offermann. „Unsere Tochter hat extreme Probleme damit. Wir haben einfach Angst.“

Konflikt zwischen Wolf und Bauern spitzt sich zu
Für den Wolfsexperten Raoul Reding von der Landesjägerschaft Niedersachsen ist das kein Einzelfall – aber ein besonders drastischer. „Der Abschuss von Wölfen ist eine Managementmaßnahme, die oft als letztes Mittel eingesetzt wird, wenn andere Maßnahmen nicht erfolgreich waren“, erklärt er im RTL-Gespräch. Wölfe seien hochintelligent und für Nutztierhalter eine enorme Herausforderung: „Der Wolf ist am problematischsten in puncto Nutztierhaltung. Der Konflikt zwischen Wolf und Nutztierhaltern ist relativ groß.“

Im aktuellen Fall hätten vermutlich panische Schafe selbst den Zaun niedergetrampelt und seien geflohen, die Wölfe hätten die Herde weiter verfolgt. „Das ist kein unnatürliches Verhalten, aber aus Sicht des Wolfsmanagements unerwünscht“, so Reding. Jetzt wird geprüft, welche Maßnahmen folgen könnten – vom besseren Herdenschutz bis hin zum Abschuss einzelner Tiere. Für Schäfer Frank Mählmann ist die Lage längst klar: „Abschuss der Problemwölfe, die solche Probleme machen“, meint er.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche
































