RTL-Politikchef Nikolaus Blome zum EM-Rassismus-Aufschrei„Fußball ist ganz viel - aber keine heile Welt!”

von Nikolaus Blome

Fußball sorgt für Aufmerksamkeit!
Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt hat mit einem Posting zur Hautfarbe der deutschen Nationalspieler für Aufregung gesorgt. Warum diese Debatte trotz all der Aufregung so wichtig ist! Ein Kommentar.

Göring-Eckardt Rassismus vorzuwerfen - das ist Quatsch!

„Diese Mannschaft ist wirklich großartig. Stellt euch kurz vor, da wären nur weiße deutsche Spieler.” Diese Aussage von Katrin Göring-Eckardt nach dem Sieg gegen Ungarn sorgte für scharfe Kritik und Rassismusvorwürfe. Sie hat sich inzwischen entschuldigt, den Beitrag gelöscht und erklärte den Post mit der viel kritisierten WDR-Umfrage, die die Hautfarbe der Spieler thematisierte. Göring Eckardt aber jetzt Rassismus vorzuwerfen - das ist Quatsch! Wenn das Rassismus sein soll, verliert das Wort jeden Sinn. Rassismus, das ist etwa bei der Hautfarbe zu unterscheiden, mit dem Ziel, eine bestimmte Gruppe schlecht zu machen. Exakt das Gegenteil hat die Grüne getan. Sie hat bei der Hautfarbe unterschieden, um Wertschätzung und generelle Gleichwertigkeit anzumahnen. Das Motiv macht den großen Unterschied.

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Trotzdem: Das Thema ist da. Bei dieser oben genannten Umfrage sagten kürzlich gut 20 Prozent, sie würden lieber mehr weiße Spieler in der Nationalmannschaft sehen. Der Bundestrainer nannte das eine „Scheißumfrage“ und warum so etwas überhaupt abgefragt werde. Die Antwort lautet: Weil es wichtig ist zu wissen, wie die Leute denken. Ein Land, in dem der Anteil von Bürgern mit Zuwanderungsgeschichte wächst, muss sich mit Fragen von Leitkultur auf der einen und von Rassismus auf der anderen Seite auseinandersetzen.

Mal ehrlich: Der Fußball ist ganz viel, aber keine heile Welt. Er verschafft stellvertretend manchen Konflikten dieses Landes große Aufmerksamkeit. Und das ist gut so!