Gefährlicher ScherzNächtlicher Schreck auf Kreuzfahrtschiff: „Der Kapitän hat die Kontrolle verloren“

Auf der „MSC Divina” sorgten sechs Passagiere für Unruhe
Auf der „MSC Divina” sorgten sechs Passagiere für Unruhe (Archivbild)
picture alliance / ZUMAPRESS.com | Gerard Bottino

Sechs Passagiere sollen falschen Alarm ausgelöst haben.
Schock für Hunderte Urlauber an Bord der „MSC Divina“: Mitten in der Nacht ertönt plötzlich eine beängstigende Durchsage. Der Kapitän habe die Kontrolle über das Kreuzfahrtschiff verloren. Später stellt sich heraus: Die Warnung war offenbar frei erfunden.

Plötzlich herrscht Aufregung an Bord

Der Vorfall ereignete sich Ende Juli während der Überfahrt der „MSC Divina“ von Marmaris in der Türkei nach Neapel. Wie die italienische Zeitung La Repubblica berichtet, sollen sechs junge Männer die Lautsprecheranlage des Kreuzfahrtschiffs missbräuchlich genutzt haben.

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Über die Bordlautsprecher verbreiteten sie demnach eine Durchsage. Darin hieß es, der Kapitän habe die Kontrolle über das Schiff verloren. Die Ansage war in den Gemeinschaftsbereichen von zwei Decks zu hören und löste unter zahlreichen Passagieren große Verunsicherung aus. Mehrere Reisende alarmierten daraufhin gegen 6.30 Uhr die Behörden.

Ermittlungen gegen sechs junge Männer

Als die „MSC Divina“ im Hafen von Neapel anlegte, gingen Beamte der Küstenwache und der Grenzpolizei an Bord. Nach einer Anzeige des Kapitäns identifizierten die Ermittler sechs volljährige Männer aus Neapel als mutmaßliche Verantwortliche.

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Sie wurden wegen des Verdachts auf unbefugten Zugriff auf ein Computersystem und der Verursachung eines Fehlalarms angezeigt. Die Ermittler versuchen nun herauszufinden, wie die jungen Männer die Lautsprecheranlage nutzen konnten. Da das Kreuzfahrtschiff unter panamaischer Flagge fährt, sollen die Ermittlungsergebnisse später auch den Behörden in Panama übermittelt werden.

MSC weist Hacker-Vorwurf zurück

MSC Cruises widerspricht jedoch dem Eindruck, dass Schiffssysteme gehackt worden seien. Auf RTL-Anfrage erklärte die Reederei: „Zu keinem Zeitpunkt wurden die Schiffssysteme – einschließlich der Computersysteme – gehackt oder kompromittiert und der sichere Betrieb des Schiffes wurde in keiner Weise beeinträchtigt.”

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Nach Angaben von MSC Cruises habe sich der Vorfall ausschließlich auf die Lautsprecheranlage beschränkt. Das Problem sei unmittelbar behoben worden. Außerdem seien Maßnahmen ergriffen worden, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt. „Die Beteiligten wurden den zuständigen Behörden gemeldet und vom Schiff entlassen. Der Kapitän hat eine Klarstellung gesendet, und wir haben uns bei unseren Gästen für die Unannehmlichkeiten und die dadurch verursachten Sorgen entschuldigt.”

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, La Repubblica