Rettungsversuche eingestelltWal-Drama eskaliert! Helfer erhalten Morddrohungen

Ein Boot von Greenpeace fährt an einem in der Ostsee liegenden Wal entlang. Der vor rund einer Woche beim Timmendorfer Strand an der Ostseeküste gestrandete Wal liegt aktuell vor Wismar.
Die Rettungsversuche wurden am Mittwoch eingestellt.
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Die gescheiterte Rettung des Wals in der Ostsee sorgt bei einigen Menschen für Unmut. Es gibt Vorwürfe gegen Helfer. Minister Backhaus äußert sich zu den Anfeindungen.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus will die verbalen Angriffe auf Helferinnen und Helfer des gestrandeten Wals nicht akzeptieren. „Bedauerlicherweise nehmen seit dem Zeitpunkt, als klar wurde, dass das Tier nicht zu retten sein wird, die Anfeindungen gegen Beteiligte an der Hilfsmaßnahme zu - bis hin zu Morddrohungen“, sagte er laut einer Mitteilung.

„Natürlich verstehe ich, dass die Situation für die Menschen sehr emotional ist“, so Backhaus weiter. Auch er sei traurig. „Aber ich akzeptiere es nicht, dass Mitarbeitende auch im Privaten bedroht werden.“ Würden strafrechtlich relevante Aussagen getätigt werden, ob in sozialen Medien, per Zettel im Briefkasten oder per E-Mail, würden sie ein solches Verhalten anzeigen, sagte Backhaus. Er sei aber zuversichtlich, dass sich die Lage beruhigen werde.

Am Vormittag hatten Einsatzkräfte der Feuerwehr damit begonnen, den geschwächten Buckelwal mit Wasser zu benetzen. Die Experten hätten die Hilfsaktion empfohlen, um lindernde Umstände für das Tier zu schaffen.

Die Rettungsversuche waren am Mittwoch eingestellt worden. Den Fachleuten und Meeresschützern vor Ort zufolge wird das Tier in dieser Bucht wohl sterben. Wie lange es noch überleben wird, lässt sich nach Einschätzung der Experten nicht vorhersagen. Ein Vermessungsboot erkundete bereits die Umgebung des Wals, um eine mögliche Bergung des Buckelwals vorzubereiten.

Verwendete Quellen: raf/dpa