Notstand im MittelmeerFlüssiggas-Tanker treibt auf Malta zu! Insel wappnet sich für Notfall

A Russian LNG tanker, Arctic Metagaz, damaged earlier this month and currently adrift without crew, floats in international waters in the Mediterranean Sea between Malta and the Italian islands of Lampedusa and Linosa, in this handout picture released on March 13, 2026. Marina Militare/Handout via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY.
Treibt durchs Mittelmeer: die "Arctic Metagaz".
via REUTERS / Marina Militare

Die „Arctic Metagaz“ gerät im Mittelmeer überraschend in Brand. Die Besatzung kann gerettet werden, doch der Gastanker treibt nun auf Malta zu - und könnte zur Gefahr für andere Schiffe werden, auseinanderbrechen oder sinken.

Wegen eines beschädigten Flüssiggas-Tankers aus Russland, der im Mittelmeer treibt, hat Malta einen Notfallplan in Kraft gesetzt. Der 277 Meter lange Tanker „Arctic Metagaz“ werde möglicherweise am Sonntagabend oder Montag maltesische Gewässer vor der Westküste der Insel erreichen, hieß es von dortigen Behörden. Beteiligt sind neben den Schifffahrtsbehörden auch das Außenministerium des EU-Landes sowie der Zivilschutz.

Der Tanker war am Dienstag vergangener Woche vor der Küste Libyens nach Explosionen in Brand geraten. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit einem unbemannten Drohnenboot angegriffen zu haben. Die Besatzung aus 30 Mann sei gerettet worden. Die libysche Küstenwache hatte zunächst berichtet, das Schiff sei untergegangen. Dann tauchten aber Fotos auf, die die „Arctic Metagaz“ mit erheblicher Schlagseite zeigen.

In erster Instanz hat Malt nun Schlepper in Bereitschaft versetzt, während die maltesischen Streitkräfte regelmäßige Überwachungsflüge über dem Schiff durchführen, um dessen Bewegungen zu beobachten.

Die maltesischen Schifffahrtsbehörden warnen bereits seit Tagen, der Gastanker könne zur Gefahr für andere Schiffe werden. Zwischenzeitlich hatte es geheißen, das Schiff treibe in internationalen Gewässern auf die italienische Insel Lampedusa zu. Inzwischen driftet es nach Angaben der Behörden jedoch Richtung Malta - abhängig von Meeresströmungen sowie der Windrichtung.

Nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa befinden sich Einheiten der italienischen Marine - ein Schlepper und falls erforderlich ein Spezialschiff zur Bekämpfung von Umweltverschmutzungen - in der Nähe des Tankers. Zu den Überlegungen gehört, die „Arctic Metagaz“ weiter hinaus auf die offene See zu schleppen. In Rom berief Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eine Krisensitzung ein.

Zu den Befürchtungen gehört, dass das Schiff auseinanderbrechen oder sinken könnte. Die Zeitung „Times of Malta“ zitierte jedoch einen namentlich nicht genannten Verantwortlichen mit den Worten: „Trotz der massiven Explosion an Bord ist das Schiff immer noch stabil und wird wahrscheinlich nicht sinken - zumindest wohl vorerst nicht.“

Verwendete Quellen: mba/dpa