Verdacht Kohlenmonoxid-Vergiftung!Dramatische Rettung auf Mallorca: Deutsche Schwestern bewusstlos im Hotelzimmer entdeckt

Was als Urlaub auf Mallorca begann, endete für zwei deutsche Schwestern mit einem dramatischen Rettungseinsatz.
Die 42 und 34 Jahre alten Frauen sind in der Nacht zum Sonntag (30. August) bewusstlos in ihrem Hotelzimmer im Bereich El Arenal bei Palma gefunden worden. Beide mussten nach Angaben spanischer Medien in kritischem Zustand in ein Krankenhaus gebracht werden.
Warnung aus Deutschland
Die entscheidende Warnung kam offenbar aus Deutschland. Angehörige hatten sich Sorgen gemacht, weil sie die beiden Frauen über Stunden nicht erreichen konnten. Schließlich wandten sie sich an das Hotel. Wenig später standen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst vor der Tür.
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Die Ermittler gehen derzeit dem Verdacht nach, dass die Frauen Kohlenmonoxid eingeatmet haben könnten. Als mögliche Ursache wird ein Problem mit einer Leitung beziehungsweise dem Abluftsystem im Küchenbereich des Hotels untersucht. Die genaue Ursache ist bislang jedoch nicht abschließend geklärt. Die spanische Nationalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.
Angehörige erreichen die Schwestern stundenlang nicht
Der Vorfall ereignete sich nach Informationen der mallorquinischen Zeitung „Última Hora“ kurz vor Mitternacht am Samstagabend. Die Angehörigen der beiden Deutschen hatten zuvor mehrfach versucht, die Schwestern zu kontaktieren. Das Telefon klingelte – doch niemand nahm ab.
Weil über viele Stunden kein Kontakt zustande kam, informierte die Familie schließlich das Hotel an der Carretera Militar in El Arenal. Die Mitarbeiter verständigten daraufhin die Polizei. Zwei Streifen der für Touristen zuständigen Einheit SETUR der Lokalpolizei von Palma befanden sich dem Bericht zufolge in der Nähe und machten sich auf den Weg. Zusätzlich rückten Rettungswagen und die Feuerwehr von Palma an.
Als die Einsatzkräfte das Hotelzimmer öffneten, fanden sie die beiden Schwestern bewusstlos vor. Für die Retter begann ein Wettlauf gegen die Zeit. Wie „Última Hora“ berichtet, leiteten die Rettungskräfte unmittelbar medizinische Maßnahmen ein. Beide Frauen wurden anschließend in das Universitätskrankenhaus Son Llàtzer gebracht. Ihr Zustand wurde zunächst als kritisch beschrieben.
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Eine Schwester wird in eine Druckkammer gebracht
Eine der beiden Frauen wurde einige Stunden später in die Clínica Juaneda verlegt. Dort sollte sie nach Medienberichten in einer Überdruckkammer behandelt werden. Eine solche hyperbare Sauerstofftherapie kann bei schweren Kohlenmonoxid-Vergiftungen eingesetzt werden. Patienten atmen dabei unter erhöhtem Umgebungsdruck Sauerstoff ein. Welche konkreten medizinischen Befunde bei den beiden Deutschen festgestellt wurden, ist bislang nicht öffentlich bekannt.
Neben den Schwestern wurde auch ein 39 Jahre alter Hotelmitarbeiter vorsorglich aus dem Gebäude gebracht und medizinisch untersucht. Sein Zustand wurde von den spanischen Medien als leicht beeinträchtigt beschrieben. Weitere Angaben zur Identität der Schwestern oder dazu, aus welcher Region Deutschlands sie stammen, wurden bislang nicht veröffentlicht. Auch über ihre weitere gesundheitliche Entwicklung lagen zunächst keine gesicherten Informationen vor.

Feuerwehr stößt auf möglichen Ursprung im Küchenbereich
Noch während die beiden Urlauberinnen medizinisch versorgt wurden, begannen Feuerwehrleute damit, das Zimmer und angrenzende Bereiche zu kontrollieren. Dabei rückte der Küchenbereich des Hotels in den Mittelpunkt. Nach Informationen von „Última Hora“ vermuten die Einsatzkräfte derzeit, dass eine Störung beziehungsweise Undichtigkeit im Bereich einer Abluft- oder Rohrleitung zu einer erhöhten Kohlenmonoxid-Konzentration geführt haben könnte. Eine Leitung soll durch den Bereich verlaufen, in dem sich auch das Zimmer der beiden Frauen befindet.
Dabei handelt es sich ausdrücklich um den derzeitigen Ermittlungsstand. Ob tatsächlich ein Defekt im Küchenbereich die Vergiftung ausgelöst hat und wie das Gas gegebenenfalls in das Hotelzimmer gelangte, muss noch geklärt werden. Die Nationalpolizei untersucht den Vorfall. Eine abschließende behördliche Erklärung zur Ursache lag am Sonntagmittag noch nicht vor.
Auch der Name des betroffenen Hotels wurde in den maßgeblichen Berichten nicht genannt. Eine Zuordnung allein anhand der Straße wäre deshalb nicht belastbar.
Kohlenmonoxid ist für Menschen nicht wahrnehmbar
Die besondere Gefahr von Kohlenmonoxid liegt darin, dass Menschen das Gas mit ihren Sinnen praktisch nicht bemerken können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung erklärt, dass Kohlenmonoxid farb- und geruchlos ist. Betroffene können es weder sehen noch riechen oder schmecken. Zu den möglichen ersten Anzeichen einer Vergiftung gehören Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Bei stärkerer Belastung können Bewusstseinsstörungen und schließlich Bewusstlosigkeit auftreten.
Kohlenmonoxid entsteht unter anderem bei unvollständiger Verbrennung. Nach Angaben des BfR können beispielsweise nicht ordnungsgemäß funktionierende Heizungsanlagen, Gasthermen oder andere Verbrennungsgeräte eine mögliche Quelle darstellen. In geschlossenen Räumen kann sich das Gas unbemerkt anreichern.
Ob und auf welche Weise Kohlenmonoxid im aktuellen Fall auf Mallorca entstanden ist, ist damit allerdings nicht beantwortet. Genau das müssen die Ermittlungen der spanischen Behörden klären.
Der Anruf der Familie setzte die Rettungskette in Gang
Besonders bemerkenswert ist in diesem Fall die Rolle der Angehörigen. Weil die Schwestern ungewöhnlich lange nicht erreichbar waren, beließen es ihre Familienmitglieder offenbar nicht bei weiteren Anrufen. Sie wandten sich direkt an das Hotel und lösten damit eine Kette von Maßnahmen aus, die schließlich zur Entdeckung der Frauen führte.
Wie lange sich die beiden Deutschen zu diesem Zeitpunkt bereits bewusstlos im Zimmer befanden, ist nicht bekannt.
Ebenso gibt es bislang keine gesicherten Angaben dazu, wann sie zuletzt Kontakt zu ihren Angehörigen hatten oder wann mögliche Beschwerden erstmals aufgetreten waren.
Fest steht nach übereinstimmenden Berichten von „Última Hora“ und „Mallorca Magazin“, dass die Familie das Hotel alarmierte, dessen Mitarbeiter die Polizei einschalteten und die Einsatzkräfte die Frauen anschließend bewusstlos fanden.
Damit dürfte nun vor allem die technische Untersuchung des Gebäudes entscheidend werden. Die Ermittler müssen klären, ob tatsächlich Kohlenmonoxid in das Zimmer gelangte, wo das Gas entstand und ob ein technischer Defekt oder eine andere Ursache dahintersteckte.
Bis diese Fragen beantwortet sind, bleibt die genaue Ursache offen.
Für die beiden Schwestern steht zunächst ihre medizinische Behandlung im Mittelpunkt. Über ihren weiteren Zustand wurden bis Sonntagmittag keine neuen belastbaren Informationen veröffentlicht.
Verwendete Quellen: Mallorca Magazin, Ulrima Hora, Bundesinstitut für Risikobewertung





























