Sein ungewöhnlicher WunschKeine Bratwurst in Hannover! Brasilien-Präsident Lula enttäuscht von Merz’ Menü

Im Ausland probiert Brasiliens Staatschef Lula nach eigenem Bekunden gern typisch Lokales. Besonders haben es ihm Brat- und Currywurst angetan. Kanzler Merz lässt dann auch Würste von der Küche auffahren. Doch der Gast hätte den Kraftriegel des Facharbeiters lieber volksnäher gehabt.
Brasiliens Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva hat seinen Besuch in Hannover mit einer kleinen Enttäuschung beendet. „Das Einzige, was ich bedaure, ist, dass ich an keiner Straße vorbeigekommen bin, an der ein Imbisswagen stand, der Bratwürste oder Bratwurst im Wagen verkaufte“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kanzler Friedrich Merz. „Ich habe keinen gesehen, also werde ich Hannover verlassen, ohne die Bratwurst im Wagen gegessen zu haben und auch ohne die Bratwurst, die ich sehr gerne mag.“ An Merz gerichtet, sagte der 80-Jährige. „Vielleicht bringen Sie mir ja eine Portion Bratwurst mit, wenn Sie nach Brasilien kommen.“
Dabei hatte sich Merz zuvor ins Zeug gelegt, seinem Gast den Wunsch zu erfüllen. Lula bekam die vor der Reise erbetene Wurst serviert - aber eben nicht wie gewünscht von einem Straßenimbiss in Hannover. In einem Interview hatte Lula erklärt, als er zuletzt im Büro von Alt-Kanzlerin Angela Merkel gewesen sei, „habe ich eine Wurst gegessen, die ich an einem Stand gekauft hatte. Wenn ich im Ausland bin, versuche ich die örtlichen Speisen zu probieren.“ Merz habe er gesagt, „wenn ich nach Deutschland reise, esse ich gern Wurst vom Straßenimbiss“.
Und Merz ließ sich eigentlich nicht lumpen: Noch vor dem festlichen Mittagessen auf Schloss Herrenhausen ließ er seinem Gast „eine Auswahl von Wurstspezialitäten“ servieren, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Der Koch der Schlossküche bereitete unter anderem eine Rindscurrywurst, eine grobe Rindswurst und eine Bratwurst vom Schwein zu.
Zuvor hatten beide die Industriemesse besucht - und dort für Verwirrung gesorgt. Denn den traditionellen Kanzler-Rundgang absolvierte Merz ohne seinen Gast. Bereits kurz nach dem Eröffnungsstatement am Stand des Partnerlandes Brasilien trennten sich die beiden. Während sich Lula weitere Stände brasilianischer Aussteller anschaute, zog Merz ohne ihn weiter. Polizei und Verantwortliche der Messe zeigten sich überrascht: „Das haben wir noch nie erlebt“, hieß es. Eigentlich war geplant, dass die beiden Politiker den Rundgang gemeinsam absolvieren.
Deutsche Regierungskreise ließen verlauten, beide Seiten hätten sich einvernehmlich für weitgehend getrennte Besuche entschieden. Der Grund dafür sei, dass sich der Beginn des Programms „wegen einer Verzögerung der brasilianischen Delegation“ verschoben habe. Um möglichst viele Firmen abdecken zu können, hätten sich die beiden aufgeteilt. „So konnte das Programm bestmöglich absolviert werden.“
Verwendete Quellen: jwu/dpa


