Alle Infos in unserem Hitze-TickerHeftige Waldbrände in Frankreich: Jetzt rückt auch unsere Bundeswehr aus!

Feuerwehrleute spritzen bei einem Waldbrand in der Nähe der Stadt Lege-Cap-Feret im Südwesten Frankreichs Wasser. Am 25. Juli 2026 wüten in Frankreich und Spanien Waldbrände; fast 260.000 Menschen wurden in der Nähe der französischen Großstadt Bordeaux und in der Region Madrid in Sicherheit gebracht, einer Metropole, die mit dem „schlimmsten“ Waldbrand ihrer Geschichte konfrontiert ist. Wissenschaftler warnen schon seit Langem davor, dass der durch den Verbrauch fossiler Brennstoffe verursachte Klimawandel Dürreperioden intensiver und langanhaltender machen und damit ideale Bedingungen für Waldbrände schaffen wird. +++ dpa-Bildfunk +++
Feuerwehrleute spritzen bei einem Waldbrand in der Nähe der Stadt Lege-Cap-Feret im Südwesten Frankreichs Wasser.
picture alliance/dpa/AFP / Julien De Rosa

Frankreich braucht Hilfe im Kampf gegen die Flammen!
Die Brandkatastrophe bei Bordeaux ruft nun auch die Bundesregierung auf den Plan. Die Franzosen haben um Unterstützung gebeten – und die Bundeswehr hilft nun bei der Bekämpfung des riesigen Waldbrandes. Alles, was ihr rund um die Hitze und die Folgen wissen müsst, lest ihr in unserem Ticker auf RTL.de.

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Wichtige Updates
Jan Luhrenberg

Heftige Waldbrände in Frankreich: Jetzt rückt auch unsere Bundeswehr aus!

Deutschland hilft bei der Bekämpfung des riesigen Waldbrands an der französischen Atlantikküste. Die Bundeswehr hat dazu am Montag zwei Transporthubschrauber und ein Transportflugzeug A400M mit Material entsandt, wie das Bundesverteidigungsministerium in Berlin mitteilte. Sie sollten die französischen Kräfte bei der Bekämpfung der Brände in der Umgebung von Bordeaux helfen. Der Einsatz sei zunächst auf fünf Tage begrenzt. 

„Die verheerenden Waldbrände in Frankreich und Spanien erfüllen die Bundesregierung mit großer Betroffenheit“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stehe dazu auch in Kontakt mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez. 

Das Ministerium betonte: „Deutschland steht in dieser schwierigen Lage fest an der Seite unserer engen Freunde und Partner.“ Dem Einsatz ging demnach eine Anfrage der französischen Behörden voraus. Die französische Feuerwehr bereitet sich auf einen wochen- bis monatelangen Einsatz in der betroffenen Region vor. 

Der Brand in der südwestfranzösischen Region Gironde hat bereits eine Fläche von 42.000 Hektar verwüstet. 220.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.
Jan Luhrenberg

Riesiger Waldbrand bei Bordeaux: Löscharbeiten können Wochen dauern

Der Großbrand bei Bordeaux könne noch „mehrere Wochen, ja sogar mehrere Monate andauern“, ehe er vollständig gelöscht sei, sagte Feuerwehroffizier David Annotel vom französischen Feuerwehrverband dem Sender France Info. Über viele Wochen und Monate hinweg müssten sich Feuerwehreinheiten aus ganz Frankreich zur Brandbekämpfung ablösen. Während an der einen Stelle ein Brand gelöscht werde, breche an anderer Stelle ein neuer aus. „Die bevorstehende Hitzewelle wird die Lage verschärfen und die Zahl der Einsätze erhöhen.“

Seit Mittwoch wurden mehr als 220.000 Menschen in der auch bei Deutschen beliebten Urlaubsregion an der Atlantikküste in Sicherheit gebracht, auch viele Touristen. Das Feuer hat sich inzwischen auf bis zu 15 Kilometern der Großstadt Bordeaux genähert und rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört. Das sind 420 Quadratkilometer, eine Fläche größer als die Stadt Köln. 2.500 Feuerwehrleute, 18 Löschflugzeuge und 1.500 Soldaten sind im Einsatz. 

Rund 240 Wohnhäuser wurden zerstört. In einem weiten Umkreis verdunkeln riesige Rauchwolken den Himmel und der Qualm ist überall zu riechen und macht das Atmen schwer, die Luftqualität sei stark beeinträchtigt, berichtete ein dpa-Reporter aus Bordeaux.

Schon Dutzende Kilometer vor Bordeaux hängt ein rauchiger Schleier über der Landschaft, der in der Stadt noch einmal intensiver ist. Und der Rauch setzt der Gesundheit zu, schnell fühlen sich viele unwohl. Die Kehle ist plötzlich trocken, die Augen brennen, man ist auf einmal aus der Puste. Über geparkte Autos ziehen sich weiße Rußpartikel.
Jan Luhrenberg

Bei Waldbränden in Frankreich: Äußerst seltener Feuersturm ist kaum zu kontrollieren

Ein von Waldbränden erzeugter Feuersturm, der eine glühend heiße Wolke mit eigenem Wetter hevorbringt: Das Pyrocumulonimbus genannte Phänomen ist der Feuerwehr zufolge nun zum ersten Mal überhaupt in Frankreich aufgetreten – bei den verheerenden Waldbränden im Südwesten des Landes.

Die auch als Cumulonimbus flammagenitus bezeichnete Wolke entsteht, wenn sich bodennahe Luft so stark erhitzt, dass sie schnell zusammen mit Rauch, Wasserdampf und Asche aufsteigt, oft mehrere Kilometer hoch bis in die Stratosphäre. Dort trifft das Gemisch auf kühlere Luftmassen und erzeugt ein eigenes Wettersystem mit starken Winden, die das Feuer weiter anheizen. Oft schießen sogar Blitze aus der Wolke zu Boden und es entsteht ein grollendes Geräusch.

Die feuerspeienden Drachen, wie sie die Nasa bezeichnet, wurden bisher hauptsächlich bei Vulkanausbrüchen und riesigen Bränden in Australien und Kanada beobachtet. Während das Phänomen dort immer wieder auftritt, ist es in Frankreich „beispiellos", sagt Feuerwehrsprecher Eric Brocardi der Nachrichtenagentur AFP.

Löschen oder unter Kontrolle bringen lässt sich der Feuersturm meistens nicht, unter anderem, weil die Winde ständig die Richtung wechseln, erklärt Brocardi. „Die Folge ist, dass es sich in alle Richtungen ausbreitet und mehrere Feuerfronten bildet, was die Lage völlig unberechenbar macht."

Brocardi zufolge gibt es dann nur zwei Auswege. Entweder es kommt Regen auf, „wobei es drei Tage lang heftig schütten müsste". Oder „wir finden einen Weg, das Feuer an einen Ort zu lenken, an dem es von selbst erlischt – zum Beispiel am Meer".

Bei der Feuerwolke im Südwesten Frankreichs könnten sich die Feuerwehrleute nur noch zurückziehen, führt Brocardi aus. „Wir müssen anerkennen, dass sich diese Naturgewalt unserer Kontrolle entzieht. Es ist ein kriegsähnliches Szenario, bei dem wir ständig unter Beschuss sind und uns alle in Sicherheit bringen müssen.“
Jan Luhrenberg

Frankreichs Präsident Macron besucht Waldbrandgebiet

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron reist am Montagnachmittag in die von einem heftigen Waldbrand betroffene südwestliche Region Gironde. Macron wolle sich unter anderem mit Einsatzkräften treffen, „um ihnen die Unterstützung der Nation zu übermitteln", erklärte das Präsidialamt.

Der Brand in der Gironde hat seit Mittwoch vergangener Woche eine Fläche von rund 42.000 Hektar verwüstet, 220.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Zwar ist das Feuer nach den Worten von Innenminister Laurent Nuñez „stabilisiert", aber noch nicht unter Kontrolle. 

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