Liveticker zu Schüssen in StadeSie fuhr den mutmaßlichen Stade-Schützen vom Tatort weg – wer ist die 65-Jährige?

von Hauke Kutz , Nils Fischer-Stahl, Roger Saha, Nele Hasselbusch, Johanna Grewer, Camilla Koziol und Sebastian Fuhrmann

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
Bei Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade sind sechs Erwachsene getötet worden. Die Identifizierung der Opfer dauert an, immer mehr Details zum mutmaßlichen Täter und zum Tatablauf werden bekannt. In unserem Live-Ticker informieren wir über alle Entwicklungen und Hintergründe.

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Nele Hasselbusch

Frau fuhr Stade-Killer vom Tatort – wer ist die 65-Jährige? 

Neben dem mutmaßlichen Schützen hat die Polizei auch eine 65-Jährige festgenommen. Nach Angaben der Ermittler saß sie am Steuer des Fluchtfahrzeugs und hat nach bisherigem Kenntnisstand eine enge Verbindung zur Familie des 45-jährigen Tatverdächtigen. Nach der Tat stieg er laut Polizei zu der Frau in einen Mercedes. Gemeinsam versuchten sie zu fliehen. Auf einer Landstraße schossen Polizeibeamte auf die Reifen des Wagens, der schließlich zum Stehen kam.

Währenddessen laufen die Ermittlungen am Tatort auf Hochtouren. Die Polizei spricht von einer aufwendigen und detaillierten Spurensicherung. Aus ermittlungstaktischen Gründen machen die Behörden derzeit weder Angaben zur Tatwaffe noch zum genauen Ablauf der Tat. Auch die Frage, ob gegen den mutmaßlichen Schützen Haftbefehl beantragt wird, ist bislang noch offen. (dpa)

Der mutmaßliche Schütze soll nach der Tat in diesen Mercedes gestiegen sein. Das Fluchtfahrzeug wurde wenig später von der Polizei gestoppt.
Der mutmaßliche Schütze soll nach der Tat in diesen Mercedes gestiegen sein. Das Fluchtfahrzeug wurde wenig später von der Polizei gestoppt. News5
Nele Hasselbusch

Haftvorführung am Nachmittag? Staatsanwaltschaft prüft Haftantrag

Derzeit wird der Haftbefehl gegen den 45-jährigen Tatverdächtigen vorbereitet. Nach Informationen von RTL laufen die Abstimmungen zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft noch. Wegen der komplexen Ermittlungen brauche das Verfahren Zeit. Nach derzeitiger Tendenz soll der Mann noch heute Nachmittag einem Haftrichter vorgeführt werden. Gesetzlich muss über den Haftantrag bis spätestens Mitternacht entschieden werden. 

Zudem bestätigten die Ermittler, dass es sich bei dem Termin in der Jugendhilfeeinrichtung nicht um einen Gerichtstermin, sondern um ein Gespräch unter Beteiligung des Jugendamts zum weiteren Vorgehen im Sorgerechtsverfahren handelte. Keine Erkenntnisse gibt es derzeit zu möglichen Clan-Verbindungen des Tatverdächtigen aus dem Raum Hannover. 
Nele Hasselbusch

Opfer noch nicht identifiziert – Polizei korrigiert Angaben zu Verletzten 

Nach der Bluttat in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade laufen die Ermittlungen heute weiter. Die Identifizierung der sechs Todesopfer ist nach Angaben der Polizei noch nicht abgeschlossen. Unter den Opfern befinden sich vier Frauen und zwei Männer.

Zugleich korrigierten die Ermittler frühere Angaben zu Verletzten: Anders als zunächst berichtet, gibt es keine weiteren Verletzten. Zwei Menschen waren zunächst reanimiert beziehungsweise ins Krankenhaus gebracht worden, erlagen jedoch ihren schweren Verletzungen. Damit kamen insgesamt sechs Menschen ums Leben.

Nach bisherigen Erkenntnissen soll ein 45-jähriger Mann während eines Termins in der Mutter-Kind-Einrichtung im Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit das Feuer eröffnet haben. Die Mutter des drei Monate alten Kindes sowie das Baby gehören laut Polizei nicht zu den Todesopfern.

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz äußert sich zur Tat. Auf X schreibt er: "Die Nachricht aus Stade erschüttert bis ins Mark." Seine Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer und allen Betroffenen.
(dpa)
Sebastian Fuhrmann

Polizei: Motiv für Bluttat in Stade offenbar Sorgerechtsstreit

In Stade westlich von Hamburg sterben mehrere Menschen durch Schüsse. Nun werden mehr Details zum mutmaßlichen Täter bekannt. 
Motiv für die Tat war vermutlich ein Sorgerechtsstreit. Das Motiv liege "vermutlich im Umfeld, das heißt in einem Sorgerechtsstreit", sagte die Lüneburger Polizeipräsidentin Kathrin Schuol auf einer Pressekonferenz. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich demnach um einen 45 Jahre alten, in Deutschland geborenen Mann mit türkischen Wurzeln aus dem Raum Hannover. 
Die bei den Schüssen getöteten Menschen sind alle Mitarbeiter der Jugendeinrichtung.
Der Verdächtige hatte den Angaben nach in der Einrichtung einen Termin bezüglich des Sorgerechts für seine drei Monate alte Tochter - zusammen mit vielen seiner Opfer. Zum Tatverdächtigen sagte Schuol darüber hinaus: "Es liegen zu ihm polizeiliche Erkenntnisse vor, unter anderem aus dem Bereich Bedrohung, aber er galt bisher nicht als absolut gewalttätig in unserem polizeilichen System." 
Nach derzeitigem Ermittlungsstand sei unklar, woher der mutmaßliche Täter die Waffe hatte und ob es mehrere Waffen gab. Sicher sei, dass der Tatverdächtige keine Erlaubnis zum Führen der gefundenen Waffe hatte. (dpa) 
Sebastian Fuhrmann

Pressekonferenz der Ermittler ist vorbei 


Die Pressekonferenz zu den Hintergründen der schrecklichen Tat ist beendet. Wir melden uns gleich hier mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse. 
Camilla Koziol

Unklar, ob Schüsse in einem Raum oder in mehreren Räumen fielen

Das ermittle derzeit noch die Spurensicherung.
Camilla Koziol

Beteiligte Ermittler bekommen psychologische Hilfe

Jörg Wesemann, Vizepräsident der Polizeidirektion Lüneburg: Professionelle Hilfe wird allen Beamten nach dem Großeinsatz angeboten.
Camilla Koziol

Noch kein Haftbefehl 

Es ist bisher kein Haftbefehl für den Hauptverdächtigen erlassen worden. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bei der Pressekonferenz. Es sei noch offen, ob und wann am Dienstag ein Haftbefehl beantragt werde. Das hänge nun von den weiteren Ermittlungsergebnissen der Polizei ab. 
Camilla Koziol

Sorgerechtsstreit scheint Motiv zu sein

Seine Tochter (drei Monate) und die Kindsmutter lebten bis heute in der Mutter-Kind-Einrichtung. Heute war ein Termin zum Thema Sorgerecht anberaumt. Das Baby befindet sich in staatlicher Obhut. Die Mutter werde nach wie vor vernommen. Die Fahrerin des Fluchtautos ist die zweite Frau, die vernommen wird. Sie stammt aus dem Bekannten- oder Familienkreis des Todesschützen.

Camilla Koziol

Täter ist 45 Jahre alter Vater aus dem Raum Hannover

Er wurde in Deutschland geboren, hat türkische Wurzeln. Er ist bisher nicht polizeilich aufgefallen. Woher er die Waffe hatte, ist unbekannt. Er hat keine Erlaubnis, eine Waffe zu führen.
Camilla Koziol

Die Toten sind alle Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtung!

Es sind vier Frauen und zwei Männer, die heute gestorben sind. Die Verständigung von Angehörigen ist noch nicht beendet. Das sagte Kathrin Schuol, die Polizeipräsidentin der Polizeidirektion Lüneburg. 
Camilla Koziol

Polizei schaltet Hinweisportal

Nach den tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade hat die Polizei ein Hinweisportal eingerichtet. Über eine Website können Zeuginnen und Zeugen Hinweise sowie Fotos oder Videos direkt an die Ermittlerinnen und Ermittler übermitteln, wie die Polizei mitteilte. "Jeder Hinweis kann für die laufenden Ermittlungen von Bedeutung sein", betonte die Polizei. 

Camilla Koziol

Pressekonferenz hat begonnen

Innenministerin Daniela Behrens (SPD) ergreift bei der Pressekonferenz als Erste das Wort: "Ich bin mir sicher, dass diese schreckliche Tat Stade lange beschäftigen wird. (...) Sie wolle sich bei allen bedanken. "Mir war es ein Anliegen, meine Solidarität und Anteilnahme zu zeigen. 
Ich kann versichern, dass die Polizei, Ermittlungsbehörden alles tun, um die Tat aufzuklären."
Camilla Koziol

Hier ist das Unfassbare passiert


Mitarbeiter der Spurensicherung betreten das Mutter-Kind-Haus in Stade.
Mitarbeiter der Spurensicherung betreten das Mutter-Kind-Haus in Stade. Ulrich Perrey/dpa
Camilla Koziol

Ermittler sprechen Warnung aus

Die Polizei bittet darum, den Tatort nach wie vor zu meiden. Sie rief Menschen auf, den betroffenen Bereich weiträumig zu verlassen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen.