Liveticker zu Schüssen in StadeNeue Details zum Sorgerechtsstreit: Hat der Tatverdächtige sein Baby geschüttelt?
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
Bei Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade sind sechs Erwachsene getötet worden. Die Identifizierung der Opfer dauert an, immer mehr Details zum mutmaßlichen Täter und zum Tatablauf werden bekannt. In unserem Live-Ticker informieren wir über alle Entwicklungen und Hintergründe.
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Tatverdächtiger soll sein Baby geschüttelt haben
Bereits bekannt war, dass das Baby aus der Familie genommen worden war. Warum das geschah, war bislang jedoch unklar. Laut „Spiegel“ gab es außerdem zwei Gerichtsentscheidungen im Sorgerechtsstreit vom 28. April und 20. Mai. Einzelheiten zu den Entscheidungen wurden zunächst nicht bekannt.
Immer wieder legen Menschen Blumen ab oder stellen Kerzen auf
Die Tat sorgt für große Bestürzung. Immer wieder kommen Menschen und legen in der Nähe des Tatortes Blumen ab oder stellen im Gedenken an die Opfer Kerzen auf. Die Straße soll voraussichtlich den gesamten Dienstag gesperrt bleiben.
Beamte schossen auf die Reifen des Fluchtwagens
Region Hannover sagt Veranstaltungen ab
Abgesagt wurden unter anderem der Sommerempfang der Wirtschaftsförderung, das Eröffnungskonzert des Kultursommers sowie zwei Roadshow-Termine am Wochenende. Die Regionsversammlung findet am Dienstag nur in verkürzter Form statt.
Kostenloses Beratungstelefon für Betroffene eingerichtet
Der niedersächsische Opferschutzbeauftragte Thomas Pfleiderer erklärt: „Wir können nicht ungeschehen machen, welches Leid durch den Akt der Gewalt über so viele Menschen gebracht wurde.“ Umso wichtiger sei es, den Betroffenen jetzt möglichst schnell und unbürokratisch Hilfe anzubieten. (dpa)
Dobrindt zeigt sich nach Tat in Stade sprachlos
Nach Angaben Dobrindts war der mutmaßliche Täter zu einem Gespräch über den Umgang mit seinem drei Monate alten Kind in die Mutter-Kind-Einrichtung eingeladen. Weil die Situation als schwierig eingeschätzt worden sei, hätten mehr Mitarbeiter an dem Termin teilgenommen als üblich. Während des Gesprächs habe der Mann dann eine Waffe gezogen und sechs Menschen erschossen. Zugleich betonte der Innenminister, der Tatverdächtige sei in der Vergangenheit keine „polizeilich sehr stark auffällige Person“ gewesen. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an. (dpa)
"Als ich die Schreie gehört habe, bin ich weggerannt" – das erlebten Augenzeugen der Bluttat
Unter den Opfern sind drei Mitarbeitende des Jugendamtes der Region Hannover
Die Mitarbeitenden der Kinder- und Jugendhilfe setzen sich täglich mit großem Engagement, hoher Professionalität und Menschlichkeit für den Schutz von Kindern und Jugendlichen ein und begleiten Familien in oftmals sehr belastenden Lebenssituationen. Dass Kolleginnen und Kollegen bei der Ausübung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe ihr Leben verlieren, macht uns fassungslos. Viele unserer Mitarbeitenden trauern und stehen unter dem Eindruck dieser schrecklichen Tat. Sie in dieser Situation zu begleiten und zu unterstützen, hat für uns höchste Priorität. (...)"
Heute Abend Andacht in Stade
Regionalbischöfin Sabine Preuschoff erklärt: „Mit der Andacht in St. Wilhadi möchten wir Raum geben, um mit unserem Erschrecken, unseren Fragen und unseren Erlebnissen nicht allein zu sein.“ Zuvor hatte sie den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl ausgesprochen und den Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorgern für ihren Einsatz gedankt. Auch Landesbischof Ralf Meister und Landrat Kai Seefried werden an der Andacht teilnehmen.
Haftvorführung am Nachmittag? Staatsanwaltschaft prüft Haftantrag
Zudem bestätigten die Ermittler, dass es sich bei dem Termin in der Jugendhilfeeinrichtung nicht um einen Gerichtstermin, sondern um ein Gespräch unter Beteiligung des Jugendamts zum weiteren Vorgehen im Sorgerechtsverfahren handelte. Keine Erkenntnisse gibt es derzeit zu möglichen Clan-Verbindungen des Tatverdächtigen aus dem Raum Hannover.
Frau fuhr Stade-Killer vom Tatort – wer ist die 65-Jährige?
Währenddessen laufen die Ermittlungen am Tatort auf Hochtouren. Die Polizei spricht von einer aufwendigen und detaillierten Spurensicherung. Aus ermittlungstaktischen Gründen machen die Behörden derzeit weder Angaben zur Tatwaffe noch zum genauen Ablauf der Tat. Auch die Frage, ob gegen den mutmaßlichen Schützen Haftbefehl beantragt wird, ist bislang noch offen. (dpa)
Opfer noch nicht identifiziert – Polizei korrigiert Angaben zu Verletzten
Zugleich korrigierten die Ermittler frühere Angaben zu Verletzten: Anders als zunächst berichtet, gibt es keine weiteren Verletzten. Zwei Menschen waren zunächst reanimiert beziehungsweise ins Krankenhaus gebracht worden, erlagen jedoch ihren schweren Verletzungen. Damit kamen insgesamt sechs Menschen ums Leben.
Nach bisherigen Erkenntnissen soll ein 45-jähriger Mann während eines Termins in der Mutter-Kind-Einrichtung im Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit das Feuer eröffnet haben. Die Mutter des drei Monate alten Kindes sowie das Baby gehören laut Polizei nicht zu den Todesopfern. Die 34-Jährige befand sich am späten Abend laut Polizei noch in polizeilichen Maßnahmen - dabei werden unter anderem Personalien aufgenommen. Die Tochter sei in die Obhut des Jugendamtes übergeben worden.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz äußert sich zur Tat. Auf X schreibt er: "Die Nachricht aus Stade erschüttert bis ins Mark." Seine Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer und allen Betroffenen.
(dpa)
Polizei: Motiv für Bluttat in Stade offenbar Sorgerechtsstreit
Pressekonferenz der Ermittler ist vorbei
Die Pressekonferenz zu den Hintergründen der schrecklichen Tat ist beendet. Wir melden uns gleich hier mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse.


