Großeinsatz am frühen MorgenKrankenhaus-Brand in Ludwigslust: Zwei Tote – Ermittler suchen nach der Ursache

von Nele Hasselbusch und Nils Fischer-Stahl

Es ist ein Morgen, der Ludwigslust erschüttert.
Im Helene-von-Bülow-Klinikum in Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern) bricht plötzlich ein Feuer aus. Zwei Patienten sterben, dutzende Menschen müssen in Sicherheit gebracht werden. Während die Klinik den Betrieb teilweise fortsetzt, suchen Brandermittler nach der Ursache der Tragödie.

Feuer bricht in Patientenzimmer aus

Der Brand wird nach Angaben der Polizei gegen 4.28 Uhr gemeldet. Nach bisherigen Erkenntnissen bricht das Feuer in einem Patientenzimmer der Gefäßchirurgie aus. Anschließend greift der Brand auf den Dachstuhl des Krankenhauses über. Nach Angaben des Landkreises ist die Radiologie selbst nicht vom Feuer betroffen. Allerdings wird die Technik des Herzkatheter-Labors durch das Löschwasser beschädigt. Feuer und dichter Rauch schlagen aus dem Dach des fünfgeschossigen Gebäudes. Sofort rücken Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei mit einem Großaufgebot an.

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Vor der Klinik spielen sich dramatische Szenen ab. Zum Zeitpunkt des Brandes befinden sich 86 Patientinnen und Patienten im Krankenhaus. Die betroffene Station wird evakuiert, Patienten werden teilweise in Betten und Rollstühlen ins Freie gebracht. Andere werden zu Fuß aus der Klinik geführt und auf dem Gelände versorgt.

Dramatische Szenen in Ludwigslust: Der Dachstuhl eines Krankenhauses steht in Flammen.
Dramatische Szenen in Ludwigslust: Der Dachstuhl eines Krankenhauses steht in Flammen.
Ralf Drefin/SWM DV Studio/dpa

Im Laufe des Tages werden die Betroffenen auf andere Stationen verteilt oder in umliegende Krankenhäuser verlegt. Sie werden medizinisch versorgt und erhalten Frühstück. Der Klinikbetrieb läuft in den nicht vom Brand betroffenen Bereichen weiter.

Zwei Patienten sterben

Für zwei Patienten kommt jede Hilfe zu spät. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei einem der Todesopfer um einen 85-jährigen deutschen Mann. Die Identifizierung der zweiten verstorbenen Person dauert derzeit noch an. Nach Angaben des Landrats befand sich einer der später Verstorbenen in dem Zimmer, in dem das Feuer ausbrach. Das zweite Todesopfer lag demnach im Nachbarzimmer.

Nach einem Dachstuhlbrand in einem Krankenhaus werden mindestens 34 Menschen verletzt. Patienten und Mitarbeiter werden evakuiert, ein Mensch muss reanimiert werden.
Schweres Feuer im Helene-von-Bülow-Klinikum in Ludwigslust: Zwei Patienten sterben.
Ralf Drefin/SWM DV Studio/dpa

Die zunächst gemeldete Zahl von 34 Verletzten bestätigt sich nicht. Nach aktuellem Stand gibt es einen Patienten mit einer Rauchgasvergiftung. Die zunächst deutlich höhere Zahl beruhte nach Angaben der Polizei darauf, dass anfangs zahlreiche Menschen vorsorglich medizinisch untersucht wurden und sich später als unverletzt herausstellten.

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Brandermittler übernehmen die Ermittlungen

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Zur Klärung der Brandursache wird ein spezialisierter Brandursachenermittler eingesetzt. Warum das Feuer ausgebrochen ist, ist weiterhin unklar. Rund 40 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte sind nach Angaben der Polizei im Einsatz. Parallel laufen die Untersuchungen zu den genauen Umständen des Brandes.

Brandschutzexperte erklärt: Warum Krankenhausbrände so gefährlich sind

Krankenhausbrände sind selten – ihre Folgen können aber dramatisch sein. 2025 gab es bundesweit 116 Brände in Krankenhäusern mit vier Todesopfern und 129 Verletzten.

„Die Anfälligkeiten bestehen einfach in der umfassenden Gebäudetechnik, die in den Krankenhäusern in den Patientenzimmern vorhanden ist. Wir haben die Medizintechnik, wir haben aber auch Sauerstoffversorgungstechniken. Und all das kann natürlich dazu führen, dass wir ein erhöhtes Brandaufkommen haben“, erklärt Brandschutzexperte Sascha Broedel im Gespräch mit RTL. „Wir haben gerade im Patientenzimmer natürlich eine gewisse Bündelung der Technik. Da kann es natürlich sehr schnell passieren, dass ein Brand sich auch sehr schnell entwickeln kann“, sagt der Experte. Zwar seien Patientenzimmer brandschutztechnisch voneinander getrennt, dennoch könne sich ein Feuer auf weitere Brandabschnitte ausbreiten. Zudem seien ältere Klinikgebäude oft schwieriger an moderne Brandschutzstandards anzupassen. „Wenn wir an die Modernisierung der Altbestände gehen, dann haben wir natürlich irgendwann auch Grenzen erreicht in der Bausubstanz, aber auch in der Gebäudetechnik“, erklärt der Brandschutzexperte.

Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei sind am LUP Klinikum im Rettungseinsatz.
Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei sind am LUP Klinikum im Rettungseinsatz.
Jens Büttner/dpa

„Das größte Problem ist eigentlich, dass Patientinnen und Patienten in dem Moment vielleicht nicht mobil sind oder bettlägerig sind. Und das stellt uns vor besondere Herausforderungen in der Evakuierung.” Auch die Zeit bis zum Eintreffen der Feuerwehr spiele eine entscheidende Rolle. Da Krankenhäuser in der Regel keine Werkfeuerwehr hätten, sei die Zeit zwischen Alarmierung und dem Eintreffen der Einsatzkräfte besonders kritisch.

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Ministerpräsidentin: „Mein Beileid gilt den Angehörigen der Opfer“

Bei einer Pressekonferenz in Ludwigslust zeigt sich Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) tief betroffen: „Meine Trauer und mein Beileid gilt den Angehörigen der Opfer. Mit Blick auf die Hilfsbereitschaft vor Ort sagt sie: „Wir kennen das aus Ludwigslust, dass Ludwigslust zusammen steht.“ Gleichzeitig bedankt sie sich ausdrücklich bei Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei, Klinikpersonal und den Seelsorgern für ihren Einsatz.

Nach Angaben der Landesregierung steht das Land an der Seite des Krankenhauses. Gemeinsam mit dem Klinikträger soll nun beraten werden, wie der Wiederaufbau der beschädigten Bereiche und die weitere Versorgung organisiert werden können.

Verwendete Quellen: Polizei, dpa, AFP