Live-Ticker zu PHP-SicherheitslückenAngriff auf unser Internet!

Warnzeichen System Hacked auf dem digitalen Hintergrund. 3d Darstellung.
Warnzeichen System Hacked auf dem digitalen Hintergrund. 3d Darstellung.
picture alliance / Zoonar / Alexander Limbach

Hacker-Alarm im Internet!
Zwei kritische Sicherheitslücken bedrohen weltweit Millionen Webseiten. Erste Angreifer sollen die Schwachstellen bereits ausgenutzt haben. Deutsche Behörden nehmen vorsorglich Internetseiten vom Netz. Alle aktuellen Entwicklungen zur Hacker-Gefahr gibt es hier im Live-Ticker.

Alle Details zum Hackerangriff im Live-Ticker

Wichtige Updates
Camilla Koziol

Hacker-Gefahr: Behörden und Krankenhäuser nehmen Webseiten vom Netz

Die ersten Konsequenzen sind bereits spürbar: Mehrere deutsche Ministerien sowie Behörden anderer europäischer Staaten haben ihre Internetauftritte vorsorglich abgeschaltet. Laut dpa reagieren auch Bundesländer, Kommunen, Universitäten und Krankenhäuser auf die Bedrohung und nehmen Online-Angebote vorübergehend vom Netz.

„Diese Sicherheitslücken sind sehr ernst, denn PHP läuft weltweit, von Online-Shops über Unternehmenswebsites bis zu Portalen der Verwaltung“, warnt Felix Kuhlenkamp, Leiter Sicherheit beim Digitalverband Bitkom, laut Reuters.

Besonders beunruhigend: Nach Angaben von Dane Knecht, Technologiechef der Cybersicherheitsfirma Cloudflare, sollen erste Angreifer die Schwachstellen bereits ausgenutzt haben. Wie viele Webseiten tatsächlich betroffen sind, ist bislang nicht bekannt.

Camilla Koziol

Webseiten in Mainz und Saarbrücken offline

Wegen einer kritischen Sicherheitslücke in der weit verbreiteten Programmiersprache PHP sind in Rheinland-Pfalz und im Saarland Webseiten vorsorglich vom Netz genommen worden. In Rheinland-Pfalz habe das Land entschieden, Internetseiten abzuschalten, die die betroffene Software verwendeten, teilte der IT-Beauftragte der Landesregierung, Fedor Rose, mit. In Saarbrücken sind unter anderem das städtische Webportal sowie die Internetseiten der Stadtwerke, der Saarbahn und des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebs (ZKE) betroffen.

Hintergrund ist eine Sicherheitswarnung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die zuständigen Fachleute arbeiteten daran, die betroffenen Systeme abzusichern. Sobald Sicherheitsupdates eingespielt und ein sicherer Betrieb gewährleistet seien, sollten die Webseiten wieder erreichbar sein.

Für die abgeschalteten Seiten in Rheinland-Pfalz gilt laut Rose, dass zentral zwischengespeicherte Inhalte vorübergehend weiterhin abrufbar sein können. Danach werde eine Fehlermeldung angezeigt. Es gebe keinerlei Hinweise darauf, dass Dritte die Schwachstellen ausgenutzt hätten.
Camilla Koziol

Polizei NRW geht offline

Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW (LZPD NRW) hat aktuell einige Onlinedienste der Polizei NRW als Vorsichtsmaßnahme vorübergehend abgeschaltet. Hiervon betroffen sind unter anderem die Onlineanzeige und die Versammlungsanzeige. Grund ist eine aktuelle Warnung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf eine potenzielle Schwachstelle im System. Die Services werden schnellstmöglich wieder zur Verfügung gestellt. Anzeigen können weiterhin persönlich in einer Polizeidienststelle erstattet werden. Sollten Sie nicht mobil sein, kontaktieren Sie ihre örtliche Polizeibehörde, damit ein Streifenwagen zu Ihnen entsandt werden kann. Im Notfall ist die Polizei natürlich weiterhin über die Notrufnummer 110 erreichbar, meldet die Polizei in einer Pressemitteilung.

Kritische PHP-Sicherheitslücken: Millionen Webseiten könnten betroffen sein

Eine neu entdeckte, schwerwiegende Sicherheitslücke bringt weltweit das Fundament zahlreicher Webseiten und Onlinedienste ins Wanken. Betroffen ist die weit verbreitete Programmiersprache PHP, auf der ein Großteil des gesamten Internets basiert - von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis hin zu komplexen Onlineshops und Content-Management-Systemen wie WordPress.

Experten schätzen, dass allein mit WordPress weltweit zwischen 400 und 500 Millionen Webseiten betrieben werden. Auf PHP setzen aber auch andere populäre Content-Management-Systeme auf wie Moodle, Joomla!, Typo3 und Drupal.

Neben dem IT-Sicherheitsunternehmen Huntress und dem PHP-Sicherheitsteam schlägt auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Alarm und hat eine offizielle Cybersicherheitswarnung herausgegeben.

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BSI stuft Lage als kritisch ein

In seiner veröffentlichten Warnung (Aktenzeichen BITS-H Nr. 2026-297981-1032) ordnet das BSI das Risiko mit der Warnstufe „3/ Orange” als außerordentlich hoch ein. Dies bedeutet, dass unverzüglich Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen, da eine massive Beeinträchtigung des Regelbetriebs droht. Das BSI wies in seiner Mitteilung explizit darauf hin, dass von den Schwachstellen ein herausragendes Bedrohungspotenzial ausgeht.

Das Amt machte deutlich, wie ernst die Lage ist, falls nicht umgehend Sicherheitsupdates installiert werden können: „Alternativ kann eine vorübergehende Trennung des Webservers vom Internet bis zum Einspringen des Patches erwogen werden, um eine Kompromittierung zu verhindern, sollten Patches nicht kurzfristig installiert werden können.”

Dass das BSI Betreibern von Internetangeboten explizit rät, ihre Server im Zweifel komplett vom Netz zu nehmen, unterstreicht die Dringlichkeit der Lage.

Verwendete Quellen: dpa, Reuters