Ein Toter, Verletzte mussten reanimiert werdenWeißer Transporter rast in Berliner CSD – wie viele Täter gibt es?

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Trauer nach der Horrortat! Ein weißer Kleintransporter ist Samstagabend in den Berliner CSD gerast. Es gibt viele Opfer.
Sebastian Gollnow/dpa
von Roger Saha, Nele Balgo, Doro Steitz und Dimitri Blinski

Horror beim CSD in Berlin!
Am Samstagabend ist ein weißer Mini-Van durch den Großen Tiergarten in die Menschenmenge gerast. Es gibt mindestens einen Toten und 16 Verletzte. Das hat die Polizei am Abend bestätigt. Die Beamten fahndeten nach einem oder mehreren Verdächtigen. Die Hintergründe des Vorfalls sind noch unklar.

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Wichtige Updates
Roger Saha

Der Überblick


Es ist das dramatische Ende eines bunten Festes: Am Rande des CSD in Berlin fährt ein Fahrzeug in die Menge. Es gibt mindestens einen Toten.

Hunderttausende Menschen haben am Samstag in Berlin den Christopher Street Day gefeiert - gegen 22.00 Uhr endet das Fest abrupt. Ein Fahrzeug wird in der Nähe des Potsdamer Platzes in die Menschenmenge gelenkt. Mindestens eine Person kommt ums Leben, wie die Polizei mitteilte. 16 weitere Menschen werden demnach wegen Verletzungen behandelt. Mehrere davon seien schwer bis lebensgefährlich verletzt, sagte Polizeisprecher Florian Nath am Abend. 
Der CSD wurde direkt nach dem Vorfall abgebrochen. Die genauen Hintergründe sind noch unklar. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach von einem «Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft». 
Nach ersten Erkenntnissen fuhr ein weißer Wagen gegen 22.00 Uhr am Ahornsteig parallel zur Lennéstraße, wie Nath erklärte. Dort habe er mehrere Menschen angefahren, möglicherweise auch umgefahren, bevor er mit einem Baum kollidierte. Der Fahrer habe das Fahrzeug verlassen und sich in unbekannte Richtung entfernt.

Gibt es Hinweise auf ein mögliches Motiv?

Die genauen Hintergründe waren zunächst noch unklar. «Wir wissen momentan noch nichts über irgendwelche Motivlagen, über die Person des Täters oder Ähnliches», sagte ein Polizeisprecher. «Das ist alles noch nicht gesichert bekannt.» 
Die Polizei prüft nach eigenen Angaben, ob auch eine Stichwaffe eingesetzt wurde. «Es ist Bestandteil der Ermittlungen, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gab. Ob jemand dann das Fahrzeug verlassen hat und mit möglichen Stichwaffen auf Personen eingewirkt und die verletzt hat», sagte Nath. Die «Bild» berichtete, eine Person mit einem Messer habe das Fahrzeug verlassen, die «B.Z.» schrieb von einer Machete. 

Wegner: «Angriff auf freie und weltoffene Gesellschaft»

Wegner erklärte: «Es ist ein Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft - nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert. Berlin ist die Stadt der Freiheit - und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden.» Auf die Frage, ob er von einem Terroranschlag spreche, sagte Wegner: «Es ist zu früh, das heute zu sagen.»
Auch der Berliner Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler warnte vor Spekulationen über den Hintergrund. Danach gefragt, ob es irgendwelche Hinweise für einen politischen oder kriminellen Hintergrund gebe, sagte der SPD-Politiker, dazu könne man im Moment noch nichts zu sagen. Es sei auch besser, noch nicht zu spekulieren. «Es hat sich ja auch nicht in der Veranstaltung selber abgespielt, sondern tatsächlich im Tiergarten.» Das mache die Sache nun auch unübersichtlich. Gaebler, der Innensenatorin Iris Spranger während ihres Urlaubs vertritt, zeigte sich bestürzt über den Vorfall.
Polizisten leuchteten den Bereich zwischen Potsdamer Platz und der Südseite des Tiergartentunnels aus, wie ein dpa-Reporter berichtete. Sie suchten nach Spuren.
 
Hunderttausende Menschen hatten in der Hauptstadt am Samstag den CSD gefeiert. Mit ihrer Demonstration wollten die Veranstalter ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt setzen. Am Abend trat unter anderem Sarah Connor bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor auf. Mit einer Regenbogenflagge um die Schultern spielte sie rund eine halbe Stunde lang ihre Songs. 

«Bitte geht nach Hause»

Nach dem Auftritt wurde das Bühnenprogramm zunächst fortgesetzt. Wenig später forderte ein Moderator die Menschen jedoch auf, das Veranstaltungsgelände umgehend, aber ruhig und geordnet zu verlassen. Auf den Videoleinwänden am Brandenburger Tor erschien auf gelbem Hintergrund das Wort «Evakuierung». Die Besucher wurden aufgefordert, nicht in Richtung Siegessäule zu gehen, sondern die U-Bahneingänge am Brandenburger Tor zu nutzen. Auch in den sozialen Medien forderte der Veranstalter die Besucher auf: «Bitte geht nach Hause. Der CSD ist abgebrochen.»
Nach Angaben eines dpa-Reporters vor Ort wurden die Besucher auf der Ostseite des Brandenburger Tors zunächst nicht über die Lage informiert. Viele verfolgten das Geschehen und die Nachrichten allerdings auf dem Handy. Der Bereich direkt am Brandenburger Tor war abgesperrt. 
An einem Späti am Potsdamer Platz wurde kurz nach Mitternacht noch gefeiert und getanzt. Die wenigen, die noch vor Ort waren, hatten gute Laune. Alle hatten vom Vorfall mitbekommen. Vor allem Touristen waren vor Ort. «Wir sind zum Feiern gekommen, und das machen wir jetzt auch», sagte Petr aus Tschechien.
Ein junger Mann erzählte: «Wir waren im Tiergarten, als es wohl passiert ist. Wir wurden dann von einem Polizisten rausgeleitet, alleine sollten wir den Tiergarten nicht verlassen. Das war schon crazy, wir haben das grad erstmal realisiert. Der Polizist meinte, der Täter hatte wohl ein schwarzes Oberteil an, aber ich glaube nicht, dass der noch im Tiergarten ist oder noch so aussieht. Da waren ja eh so viele Menschen.»
Roger Saha

Unklare Angaben zur möglichen Zahl der Täter

 
Nach Polizeiangaben gibt es unterschiedliche Aussagen dazu, ob es ein oder mehrere Täter gibt bei der Tat am Rande des Christopher Street Days in Berlin. «Deshalb haben wir uns sehr breit aufgestellt», sagte Polizeisprecher Florian Nath. Details wollte er nicht nennen - auch mit Blick auf den oder die flüchtigen Täter. 
Es seien seit dem Samstagmorgen mehr als 2.200 Polizisten in Berlin im Einsatz. Sie seien teils schwer bewaffnet. Auch verdeckte Kräfte seien dabei. Hinzu kämen mehrere Hundert Beamte im gesamten Stadtgebiet. 
Roger Saha
Fabian Sommer/ dpa
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UPDATE: Polizei spricht von mehr Opfern


Nach aktuellem Stand wurden laut Berliner Polizei 17 Personen verletzt. Eine der verletzten Personen sei gestorben. Viele Verletzte würden in Lebensgefahr schweben. Für Angehörige wurde eine Personenauskunftsstelle unter 030 8485 4460 eingerichtet. Die Ermittlungen zum Tathergang dauern nach Angaben der Ermittler an. 

Verwendete Quellen: mpa/dpa/AFP