Live-Ticker zum Vorfall in BrandenburgAnschlag an deutschem Kraftwerk – Polizei bestätigt Detonation

In einem Umspannwerk in der Nähe des Kraftwerks Jänschwalde hat die Polizei Sprengvorrichtungen entdeckt. (Archivbild)
In einem Umspannwerk in der Nähe des Kraftwerks Jänschwalde hat die Polizei Sprengvorrichtungen entdeckt. (Archivbild)
Frank Hammerschmidt/dpa

Bei einem Angriff auf ein Umspannwerk beim Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs hat es mindestens eine Detonation gegeben. 
Es seien mehrere sogenannte unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtung entdeckt worden, so die Polizei. Das Landeskriminalamt Brandenburg hat die Ermittlungen übernommen. Vieles ist noch unklar. In unserem Live-Ticker halten wir euch über die Lage auf dem Laufenden.

Anschlag auf Umspannwerk Jänschwalde – Raketen treffen Anlage

Wichtige Updates
Jacqueline Vetten

Detonation bei Angriff auf Umspannwerk in brandenburgischem Jänschwalde 


Bei einem Angriff auf ein Umspannwerk beim Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs hat es mindestens eine Detonation gegeben. Es seien mehrere sogenannte unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtung entdeckt worden, die aber nicht alle explodiert seien, sagte eine Sprecherin des Brandenburger Polizeipräsidiums in Potsdam. Nach Angaben des Netzbetreibers 50Hertz kam es zu einer kurzzeitigen Leitungsunterbrechung, der Kraftwerksbetreiber Leag meldete einen technischen Ausfall in einem Block des Kraftwerks. 
Jacqueline Vetten

Selbstgebastelte Flugkörper am Umspannwerk gefunden 

Bei den Sprengvorrichtungen am Umspannwerk in Südbrandenburg handelt es sich nach Angaben des Netzbetreibers um eine Art Silvesterraketen. „Nach bisherigen Erkenntnissen erfolgte die versuchte Sachbeschädigung durch selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln", teilte der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz mit. „Vor Ort wurden weitere noch nicht gestartete Flugkörper gefunden." Entschärfer sind nach Angaben der Polizei noch immer am Umspannwerk. Die Zahl der gefundenen Sprengvorrichtungen war noch unklar. 
Jacqueline Vetten

Woidke verurteilt mutmaßlichen Anschlag 


Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat den „Anschlagsversuch" auf ein Umspannwerk nahe dem Kraftwerk Jänschwalde verurteilt. „Die besorgniserregend hohe Frequenz derartiger Vorfälle zeigt, dass wir unsere Infrastrukturen entschlossen schützen müssen", erklärte der SPD-Politiker. Die Einsatzkräfte vor Ort sowie die Beschäftigten von Umspannwerk und Kraftwerk hätten durch „ihr rasches und besonnenes Handeln Schlimmeres verhindert". Bei dem Vorfall am Umspannwerk seien keine Menschen zu Schaden gekommen. 
Jacqueline Vetten

Was wir zu den Sprengvorrichtungen am Umspannwerk wissen - und was nicht

 
An einem Umspannwerk in Turnow-Preilack in Brandenburg unweit des Kraftwerks Jänschwalde sind nach dpa-Informationen Sprengvorrichtungen gefunden worden. Das Landeskriminalamt Brandenburg hat die Ermittlungen übernommen. Vieles ist noch unklar.

Was wir wissen

  • Es handelt sich laut Polizei um den Fund sogenannter unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen.
  • Am Morgen gegen 8.00 Uhr wurde demnach eine mögliche Sachbeschädigung an einer Leitung festgestellt.
  • Entschärfer sind vor Ort und Spuren werden gesichert. 
  • Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz spricht von einer «kurzzeitigen Leitungsunterbrechung». Die allgemeine Stromversorgung sei derzeit nicht beeinträchtigt.
  • Nach Angaben des Energieunternehmens Leag kam es zu einem technischen Ausfall von Block B im Kraftwerk Jänschwalde. Ein Zusammenhang werde geprüft.
  • Es gibt laut Polizei keine Auswirkungen auf die Bevölkerung.

Was wir nicht wissen

  • Wer die Spreng- und Brandvorrichtungen am Umspannwerk Turnow-Preilack angebracht hat und welches Motiv die Täter hatten, ist bislang nicht bekannt. 
  • Es wird geprüft, ob das Kraftwerk getroffen werden sollte.
  • Ebenso unklar ist, ob es Zusammenhänge zu Anschlägen auf die Stromversorgung im Südwesten Berlins und an der Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin gibt.

Mehrere Anschläge im Großraum Berlin

Im Januar hatten mutmaßlich linksextreme Täter Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins angezündet und kurzgeschlossen. Rund 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Geschäfte und Firmen sowie Krankenhäuser und Pflegeheime waren tagelang ohne Strom. Zu dem Brandanschlag bekannten sich die linksextremistischen sogenannten „Vulkangruppen”, die als Ziel den Kampf gegen Kapitalismus angaben.

Im März 2024 hatte eine Gruppe Feuer an einen großen Strommast gelegt, der auch für die Versorgung der Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin nötig war. Die Produktion wurde durch die Sabotage tagelang gestoppt.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche/ MAZ, afp, dpa