Großeinsatz am frühen MorgenPressekonferenz zum Feuer im Krankenhaus in Ludwigslust
Es sind dramatische Szenen am frühen Morgen.
Im Helene-von-Bülow-Klinikum in Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern) bricht plötzlich ein Feuer im Dachstuhl aus. Patienten und Mitarbeiter flüchten aus dem Gebäude oder werden in Sicherheit gebracht. Zwei Patienten sterben. Zunächst ist von 34 Verletzten die Rede – inzwischen korrigieren die Behörden diese Zahl deutlich nach unten.
Feuer beginnt offenbar in einem Patientenzimmer
Der Brand wird nach Angaben der Polizei gegen 4.28 Uhr gemeldet. Nach bisherigen Erkenntnissen bricht das Feuer in einem Patientenzimmer der Gefäßchirurgie aus. Anschließend greift der Brand auf den Dachstuhl des Krankenhauses über. Nach Angaben des Landkreises ist die Radiologie selbst nicht vom Feuer betroffen. Allerdings wird die Technik des Herzkatheter-Labors durch das Löschwasser beschädigt. Feuer und Dichter Rauch schlagen aus dem Dach des fünfgeschossigen Gebäudes. Sofort rücken Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei mit einem Großaufgebot an.
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Vor der Klinik spielen sich dramatische Szenen ab: Menschen sitzen in Rettungsdecken gehüllt auf der Wiese. Pflegekräfte und Klinik-Mitarbeiter schieben Patienten in Rollstühlen und Betten über das Krankenhausgelände ins Freie. Einige können die Klinik noch selbst verlassen, andere warten in Rollstühlen oder auf Bänken vor dem Gebäude. Viele haben Handtücher um ihre Schultern gelegt. Sie werden an einem sicheren Ort auf dem Klinikgelände versorgt. Die Lage vor Ort sei aktuell höchst dynamisch, hieß es am Morgen.

Nach Angaben der Polizei musste die vom Brand betroffene Station mit etwas mehr als 80 Patienten evakuiert werden. Das Feuer gilt inzwischen als unter Kontrolle. Offene Flammen seien nicht mehr sichtbar. Die Notaufnahme war zwischenzeitlich nicht mehr erreichbar, sei inzwischen aber wieder freigegeben worden. Der Betrieb auf den übrigen Stationen des Krankenhauses läuft demnach weiter,
Zwei Patienten sterben
Währenddessen bestätigt der Landkreis die traurige Nachricht: Zwei Patienten kommen bei dem Feuer ums Leben. „Wir haben zwei Tote”, sagt eine Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben des Landrats befand sich einer der beiden später Verstorbenen in dem Zimmer, in dem das Feuer ausbrach. Der zweite Tote lag demnach im Nachbarzimmer. Die zunächst gemeldete Zahl von 34 Verletzten stellt sich dagegen als zu hoch heraus. Nach aktuellem Stand gibt es einen Verletzten mit Rauchgasvergiftung, teilt der Landkreis mit.

Dass die Zahlen so stark voneinander abweichen, erklärt die Polizei mit der unübersichtlichen Lage in den ersten Minuten des Einsatzes. Zunächst seien mehrere Dutzend Menschen gemeldet worden, die medizinisch untersucht werden sollten. Im Laufe der Untersuchungen habe sich jedoch gezeigt, dass die meisten von ihnen unverletzt sind.
Großeinsatz – Brandursache weiter unklar
Seit den frühen Morgenstunden sind zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei rund um das Helene-von-Bülow-Klinikum im Einsatz. Die Neustädter Straße sowie angrenzende Straßen sind gesperrt, es kommt zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die Polizei bittet Autofahrer, den Bereich weiträumig zu umfahren.

Warum das Feuer ausgebrochen ist, ist derzeit noch völlig unklar. Auch wie viele Patienten und Beschäftigte sich zum Zeitpunkt des Brandes im Krankenhaus befanden, ist bislang nicht bekannt. Ebenso gibt es noch keine Angaben dazu, wie viele Feuerwehrleute, Rettungskräfte und Polizisten im Einsatz sind. Laut Internetseite verfügt das Krankenhaus über 160 Betten und ist die einzige Akutklinik in Ludwigslust. Es übernimmt die Grund- und Regelversorgung der Region.
Die Polizei hat zudem eine Hotline eingerichtet. Betroffene Familien und Angehörige können sich unter der Telefonnummer 03874/433502 über die aktuelle Lage informieren.
Innenminister zeigt sich erschüttert
Auch Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel äußert sich nach dem Brand bestürzt. „Mit tiefer Betroffenheit begleiten wir den Einsatz nach dem Brand im Krankenhaus in Ludwigslust. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand sind zwei Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche weitere verletzt worden. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen sowie allen Verletzten“, erklärt der Minister.
„Die Feuerwehr, der Rettungsdienst, die Polizei und die Beschäftigten des Krankenhauses leisten derzeit Außergewöhnliches. Sie arbeiten mit höchster Professionalität und großem persönlichen Einsatz daran, Menschen zu versorgen, die Lage zu bewältigen und den Betroffenen beizustehen. Dafür gilt ihnen mein aufrichtiger Dank und mein größter Respekt.“ Nach Angaben des Innenministeriums arbeiten die zuständigen Behörden mit Hochdruck daran, die Brandursache aufzuklären. Die Unterstützung der Betroffenen habe nun höchste Priorität.
Verwendete Quellen: Polizei, dpa, AFP


