Deutsche sollen mehr in Vollzeit arbeiten Klingbeil will Ehegattensplitting für künftige Ehen abschaffen

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will, dass das sogenannte Ehegattensplitting „in seiner heutigen Form” für künftige Ehen abgeschafft wird. Er wolle „einen Fehlanreiz beseitigen, der vor allem Frauen in der Teilzeitfalle hält”, sagte er am Mittwoch in einer Grundsatzrede zur Modernisierung des Landes bei einer Veranstaltung der Bertelsmann Stiftung. Eine solche Reform könne zehntausende Vollzeitstellen schaffen.
Abschaffung des Ehegattensplittings soll für mehr besetzte Vollzeitstellen sorgen
Union und SPD wollen in den nächsten Wochen weitgreifende Reformen unter anderem bei Steuern, Gesundheit, Rente und in der Wirtschaftspolitik verabreden. Klingbeil hält dafür strukturelle Veränderungen für unverzichtbar. „Wir können nicht jede Krise und jedes Problem mit noch mehr Geld beantworten”, sagt er bei einer Veranstaltung der Bertelsmann-Stiftung.
Der SPD-Chef will durch die Abschaffung des Ehegattensplittings für künftige Ehen für die Besetzung zehntausender Vollzeitstellen sorgen. Damit sich Unternehmen trauten, trotz Unsicherheit mehr Menschen einzustellen, solle es längere Befristungsmöglichkeiten geben. Bei der Rente solle sich die Bundesregierung stärker an den Beitragsjahren orientieren. Das würde bedeuten, dass Menschen, die später - etwa nach einem Studium - zu arbeiten beginnen, auch später in Rente gehen.
Klingbeil plant Einkommensteuer-Reform
Mit einer Reform der Einkommensteuer sollten 95 Prozent der Beschäftigten entlastet werden, sagte Klingbeil. „Und zwar merklich, mit einigen hundert Euro im Jahr.” Im Gegenzug müssten hohe Einkommen und hohe Vermögen „einen Beitrag leisten”. (mit AFP, dpa)
Verwendete Quellen: AFP, dpa


