Kurioser ZwischenfallAirline muss kompletten Flug absagen – weil Kleinkind sich nicht anschnallen lässt

An Bord von Fliegern kann Hitze schnell unangenehm werden - dazu kommt die Enge und die Tatsache, dass Passagiere nicht einfach hinauskönnen.
An Bord von Fliegern sollten die Passagiere angeschnallt sein (Symbolbild).
Boris Roessler/dpa/dpa-tmn

Da war aber wer bockig im Flugmodus!
Ein Kleinkind steht auf seinem Sitz und weigert sich, den Sicherheitsgurt anzulegen. Was zunächst nach einem typischen Reise-Drama mit einem kleinen Passagier klingt, hat massive Folgen: Ein kompletter Flug von Kanada nach Toronto muss abgesagt werden. Die übrigen Passagiere sitzen daraufhin fest.

Kind steht auf Sitz – und lässt sich nicht anschnallen

Der kuriose Zwischenfall ereignet sich am Donnerstag, 6. August, auf Flug PD444 der kanadischen Airline Porter Airlines. Die Maschine startet am Victoria International Airport in British Columbia und befindet sich bereits auf dem Weg zur Startbahn, als die Crew das Problem bemerkt.

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Fast 24 Stunden später geht es endlich los

Das Kind steht laut Airline auf seinem Sitz und weigert sich, den Sicherheitsgurt anzulegen. Sowohl die Eltern als auch ein Crewmitglied versuchen offenbar, den kleinen Passagier anzuschnallen – ohne Erfolg. Für die Crew ist die Situation allerdings keine Kleinigkeit. Ein nicht angeschnalltes Kind während des Starts stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Also zieht die Maschine wieder zurück zum Terminal. „Das Flugzeug konnte unter diesen unsicheren Bedingungen nicht starten“, erklärt Porter Airlines laut People. Die Crew entscheidet deshalb, zum Terminal zurückzukehren und die Passagiere aussteigen zu lassen.

Damit ist das Drama allerdings noch lange nicht vorbei. Durch die Rückkehr zum Terminal, das Aussteigen der Familie und die anschließenden Formalitäten verzögert sich der Flug so sehr, dass die zulässige Betriebszeit des Flughafens überschritten wird. Gegen 0.30 Uhr schließt die Start- und Landebahn. Der Flug nach Toronto kann damit nicht mehr stattfinden – und wird komplett gestrichen. Für die übrigen Passagiere bedeutet das: Sie müssen die Nacht unfreiwillig am Flughafen verbringen.

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Porter Airlines entschuldigt sich anschließend bei den Reisenden für die entstandenen Unannehmlichkeiten und organisiert einen Ersatzflug. Am Freitag, 7. August, ist es schließlich so weit: Der Ersatzflug hebt um 22.49 Uhr Ortszeit ab. Erst am Samstagmorgen um 6.16 Uhr erreicht die Maschine Toronto. Aus einem normalen Flug wird für die Passagiere damit eine Reise mit beinahe 24 Stunden Verspätung – ausgelöst durch einen kleinen Passagier, der partout nicht angeschnallt werden will.

So kurios der Fall auch klingt: Die Crew durfte die Situation nicht einfach ignorieren. Laut Porter Airlines ist bei Kindern unter zwei Jahren, die einen eigenen Sitzplatz nutzen, ein Kindersitz beziehungsweise eine entsprechende Rückhaltevorrichtung vorgeschrieben. Die Airline empfiehlt zudem ausdrücklich die Verwendung eines zugelassenen Kinderrückhaltesystems während aller Flugphasen.

Für die betroffenen Mitreisenden dürfte der Vorfall trotzdem besonders bitter gewesen sein: Ein kleiner Passagier sorgt dafür, dass ein ganzer Flieger am Boden bleibt – und hunderte Menschen ihre Reisepläne um einen ganzen Tag verschieben müssen.

Verwendete Quellen: People