Gefängnisstrafe in ÄgyptenItalienerin muss Tochter (3) nach Ehebruch-Urteil an Mann geben, der sich für Jesus hält

Sie weint, sie fleht, sie fürchtet das Schlimmste.
Nach einem Urteil in Ägypten drohen der Italienerin Nessy Guerra sechs Monate Gefängnis wegen Ehebruchs und der Verlust ihrer kleinen Tochter an ihren Ex – der sich für Jesus Christus hält.
Ägyptisches Gericht verurteilt Italienerin wegen Ehebruchs zu sechs Monaten Knast
„Ich habe Angst, meine kleine Tochter zu verlieren.“ Mit diesen Worten wendet sich Nessy Guerra in einem Instagram-Video an die Öffentlichkeit. Wie der italienische Rundfunksender Rai berichtet, hat ein Berufungsgericht in Ägypten die Italienerin überraschend wegen Ehebruchs zu sechs Monaten Haft verurteilt. Noch schlimmer für die Mutter einer Dreijährigen: Ihre Tochter könnte jetzt bei ihrem Ex-Mann bleiben müssen.
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Nessy Guerra bangt nach Ehebruch-Urteil um ihre Tochter
Die aus Sanremo im Nordwesten Italiens stammende Frau lebt offenbar seit Monaten in großer Angst. Laut ihrer Anwältin in Italien hatte der Ex-Mann Anzeige erstattet. Für Guerra ist die Lage dramatisch. In Italien gibt es einen Straftatbestand wie Ehebruch gar nicht. Ihre Anwältin spricht von einem unmenschlichen Vorgang und betont außerdem, dass ihre Mandantin Opfer von Gewalt sei.
Bei Instagram zeigt sich Nessy Guerra völlig aufgelöst. Sie sagt, mit diesem Urteil habe niemand gerechnet. Sie fürchte das Gefängnis in Ägypten und wisse nicht mehr, wie sie noch um Hilfe bitten solle. Ihr Ziel sei immer nur gewesen, mit ihrer Tochter vor diesem Mann in Sicherheit zu kommen.
Ex-Mann der Italienerin hält sich für Jesus Christus
Besonders erschütternd ist ein weiterer Aspekt des Falls: Demnach soll der Ex-Mann während der Verhandlung erklärt haben, er sei Jesus Christus und auf der Erde, um andere zu bestrafen. Genau diesem Mann drohe nun, das Kind übergeben zu werden. Nessy Guerras Anwältin macht klar, dass für sie nicht nur das Urteil selbst unfassbar ist, sondern auch die mögliche Folge für die kleine Tochter.
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Das italienische Außenministerium erklärte, man begleite den Fall seit Monaten mit größter Aufmerksamkeit. Demnach erhalten Nessy Guerra und ihre Tochter rechtliche, persönliche und auch finanzielle Unterstützung. Eine Ausreise des Kindes nach Italien sei von den ägyptischen Behörden bisher aber nicht erlaubt worden. Der Vater habe ein Ausreiseverbot durchgesetzt.


