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Jesus

Jesus ist der Name einer historischen Persönlichkeit und einer Figur aus der Bibel. Es gibt große Unterschiede zwischen historischer und biblischer Darstellung.

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Die Forschung unterscheidet die historische Person Jesus von Nazaret von der neutestamentlichen Figur Jesus Christus. Jesus von Nazaret wurde zum Beispiel nicht im Jahr null, sondern zwischen 7 und 4 v. Chr. geboren. Hinweise auf das Geburtsdatum gibt es im Matthäus- und Lukasevangelium. Dort steht, dass Herodes noch lebte, als Jesus geboren wurde. Aus anderen Quellen ist bekannt, dass Herodes im Jahr 4 v. Chr. starb. Beim Todesdatum Jesu geht die Forschung von den Jahren 30 oder 31 n. Chr. aus. Als Geburtsort gilt Nazaret als gesichert. Laut der meisten Historiker ist Bethlehem als Geburtsort eine Erfindung der Evangelisten. Damit sollte eine dynastische Verbindung zum alttestamentlichen David geschaffen werden, der laut Bibel aus Bethlehem stammte. Beim Todesort Jerusalem sind sich Geschichtsschreibung und biblische Überlieferung einig. Im Islam wird Jesus Isa ibn Maryam gennant. Dort ist er ein einfacher Prophet und Vorgänger von Mohammed.

Das Wirken von Jesus von Nazaret und die Kreuzigung

Jesus zog als Wanderprediger durch die Provinzen Judäa sowie Galiläa und gewann dabei eine große Gefolgschaft. Die römischen Machthaber wurden auf ihn aufmerksam, als er nach Jerusalem kam. Dort verwüstete er vermeintlich den Tempelhof und kritisierte den dort praktizierten Kult. Im Zuge dieser Vorfälle kam es zu einem Prozess, bei dem Jesus von Nazaret vom Stadthalter Pontius Pilatus zur Kreuzigung verurteilt wurde. Die biblische Darstellung, welche die Schuld dafür bei den Juden sucht, ist äußert fraglich. Die Juden hatten laut einiger Quellen immer noch das Recht, selbst Strafen zu verhängen. Im Fall Jesu taten sie es aber nicht. Pontius Pilatus selbst hatte außerdem großes Interesse daran, Jesus zu bestrafen und ein Exempel an ihm zu statuieren. Von ihm und seinen Anhängern ging die Gefahr eines Aufstandes aus. Dazu passt auch die Kreuzigung, welche in Rom eine Strafe für Sklaven und Aufständische war. Laut dem Neuen Testament stand Jesus nach der Kreuzigung wieder von den Toten auf. Das Osterfest beruht auf diesem Mythos. Historiker erklären die Auferstehung u. a. durch Grabraub oder Scheintod.