„Mein Schiff 4”Kreuzfahrtschiff in der Straße von Hormus ins Visier genommen? TUI Cruises widerspricht

Auf hoher See: Mein Schiff 4 TUI Cruises. Mein Schiff 4 gehört zur Flotte der Kreuzfahrtgesellschaft TUI Cruises. Das in Finnland gebaute Schiff wurde 2015 in Dienst gestellt. Es ist 293 Meter lang und bietet Platz für 2.500 Passagiere. Zur Crew gehören etwa 1000 Besatzungsmitglieder. Sitz der Kreuzfahrtgesellschaft ist Hamburg. Hamburg Deutschland *** On the high seas Mein Schiff 4 TUI Cruises Mein Schiff 4 belongs to the fleet of the cruise company TUI Cruises The ship, built in Finland, was put into service in 2015 It is 293 meters long and has room for 2,500 passengers The crew includes about 1,000 crew members The cruise company is based in Hamburg Hamburg Germany
Die "Mein Schiff 4" steckte wochenlang im Nahen Osten fest.
IMAGO/Jürgen Schwenkenbecher / IMAGO/Jürgen Schwenkenbecher

Der Iran hat die Blockade der Straße von Hormus wieder aufgenommen und führt Angriffe durch. Darunter soll auch ein Kreuzfahrtschiff von TUI Cruises gewesen sein. Doch das Unternehmen widerspricht der Darstellung und erklärt: „Unsere Schiffe haben die Straße von Hormus sicher passiert.”

Durch den Iran-Krieg im Persischen Golf gestrandete Kreuzfahrtschiffe haben erfolgreich die Straße von Hormus durchquert und sind auf dem Weg nach Europa. Darunter sind die ohne Passagiere fahrenden „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ von TUI Cruises und die „MSC Euribia“ der Schweizer Gesellschaft MSC. Die Schiffe seien am Samstag im Konvoi durch die Meerenge vor dem Iran gefahren, sagte ein MSC-Sprecher. „Die Durchfahrt erfolgte in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden“, hieß es.

Die Sicherheitsfirma Vanguard Tech erklärte, die Revolutionsgarden hätten die „Mein Schiff 4“ beim Durchqueren der Straße von Hormus auf der Seite des Oman bedroht. Die Revolutionsgarden hätten laut dem Kapitän erklärt: „Wir führen einen Einsatz aus, wir werden schießen und euch zerstören.“ In der Nähe des Schiffes sei ein Einschlag gemeldet worden, Schäden seien aber nicht gemeldet worden. Bei einem dritten Vorfall meldete ein Containerschiff nach Angaben der UKMTO, durch ein „unbekanntes Projektil“ getroffen worden zu sein.

TUI Cruises widersprach der Darstellung. „Die Passage unserer Schiffe durch die Straße von Hormus verlief in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden und unter Berücksichtigung der aktuellen Sicherheitslage. Es gab keine konkrete Bedrohung unserer Schiffe”, hieß es in einem schriftlichen Statement. „Einzelne Wahrnehmungen im Umfeld lassen sich in einer angespannten Lage nicht vollständig ausschließen, hatten jedoch keinen Einfluss auf die sichere Passage.”

Die TUI-Schiffe seien auf dem Weg Richtung Mittelmeer, teilte das Unternehmen in Hamburg mit. Weitere Details zum Routenverlauf und Zeitplan will die Reederei mitteilen, sobald diese verlässlich feststehen. Die „MSC Euribia“ fährt nach Angaben ihrer Gesellschaft nach Nordeuropa. Die Kreuzfahrt der „Euribia“ ab Kiel am 16. Mai werde wie geplant stattfinden.

Die USA und der Iran hatten gerade erst die Öffnung der Straße von Hormus verkündet, doch machte ein Sprecher des Hauptquartiers der iranischen Streitkräfte dies laut Nachrichtenagentur Fars dies am Samstag wieder rückgängig. Der Iran gehe militärisch gegen Schiffe vor, hieß es. Als Grund nannte er die anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA.

Nach Angaben des Schiffsdatendienstes MarineTraffic war das Kreuzfahrtschiff „Celestial Discovery“ - die ehemalige „Aida Aura“ - am Freitag das erste, das seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar die Straße von Hormus durchquerte. Mehrere Kreuzfahrtschiffe waren in verschiedenen Häfen gestrandet, nachdem die USA und Israel Ende Februar Angriffe auf den Iran starteten und der Iran einen Beschuss von Schiffen in der Meerenge androhte.

Die „MSC Euribia“ saß in Dubai fest, „Mein Schiff 4“ in Abu Dhabi und die „Mein Schiff 5“ in Doha. Nach der Evakuierung der Passagiere waren kleine Crews an Bord verblieben. Deutschlands größter Kreuzfahrtanbieter Aida Cruises hat keine Schiffe in der Golfregion. Die Reederei hatte vergangenen Sommer entschieden, aufgrund der Lage keine Reisen in der Region anzubieten.

Verwendete Quellen: rog/dpa/AFP