Grund völlig unklarRund 20 Handelsschiffe drehen vor Straße von Hormus plötzlich um

Iranische Öl- und Frachtschiffe im Persischen Golf vor der vor der Straße von Hormus. Durch die Straße von Hormus wird fast ein Drittel der weltweiten Ölexporte verschifft. Auch das iranische Öl, zumindest bis vor Beginn der neuen amerikanischen Sanktionen. (zu dpa "Für Iraner am Golf sind US-Sanktionen schlimmer als Krieg" am 30.05.2019) +++ dpa-Bildfunk +++
Vor Beginn des Krieges wurde durch die Straße von Hormus fast ein Drittel der weltweiten Ölexporte verschifft. (Archivbild 2019)
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Rätselhafte Schiffsbewegungen im Persischen Golf: Rund 20 Handelsschiffe brechen ihre Fahrt durch die Straße von Hormus plötzlich ab - trotz zuvor verkündeter Öffnung. Die Unsicherheit auf einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt ist noch immer groß.

Eine Gruppe von rund 20 Handelsschiffen hat den Versuch abgebrochen, die Straße von Hormus zu passieren. Schiffsbewegungsdaten zufolge sind die meisten Schiffe, darunter Containerschiffe, Massengutfrachter und Tanker, wieder umgekehrt. Der Grund dafür ist zurzeit unklar.

Schiffsverfolgungsdaten von Marine Traffic zeigten, dass sich von Freitagabend bis Samstag zunächst mehrere Schiffe durch den Golf in Richtung der Straße von Hormus bewegten, aber dann doch wieder umkehrten. Zu der Gruppe gehören auch drei Containerschiffe der französischen Reederei CMA CGM. Sie lehnte eine Stellungnahme ab. Es war der bisher größte Schiffskonvoi Richtung Straße von Hormus seit Beginn des Iran-Krieges.

Der Iran hatte am Freitag nach einer Waffenstillstandsvereinbarung im Libanon die Straße von Hormus vorübergehend wieder geöffnet, was Anlass zu Optimismus hinsichtlich der Friedensgespräche gab. Der iranische Außenminister Abbas Araqchi gab in den sozialen Medien bekannt, dass die Meerenge für den Rest der von den USA vermittelten zehntägigen Waffenruhe für alle Handelsschiffe offen sei. Die Waffenruhe war am Donnerstag zwischen Israel und dem Libanon vereinbart worden. Teheran warnte jedoch, dass es die wichtige Seestraße erneut sperren könnte, sollte die jüngste Blockade iranischer Häfen durch die US-Marine andauern.

US-Präsident Donald Trump begrüßte den Schritt - kündigte aber zugleich an, die US-Blockade iranischer Häfen bleibe bis zu einem Abkommen mit Teheran über ein endgültiges Ende der Kämpfe bestehen. „Die Seeblockade bleibt, soweit sie den Iran betrifft, solange in vollem Umfang in Kraft, bis unsere Transaktion mit dem Iran zu hundert Prozent abgeschlossen ist“, erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Am Freitagabend bekräftigte er an Bord der Air Force One, wenn keine Abkommen mit dem Iran erzielt werde, werde die „Blockade bestehen bleiben“.

Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar war die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, de facto durch die iranischen Revolutionsgarden weitgehend gesperrt. Die Blockade hat weltweit die Preise für Öl und Flüssiggas in die Höhe getrieben.

Verwendete Quellen: sba/AFP