Netz feiert den Helden der Bahn ICE ohne Klopapier – Zugchef stoppt Fahrt und geht im Supermarkt einkaufen

Der im Jahr 2026 neu eingeführte ICE-L bedient u.a. die Strecke Westerland (Sylt)  Hamburg
ICE ohne Klopapier (Symbolbild)
picture alliance / Chris Emil Janßen / Chris Emil Janssen
von Philipp Petersdorff

Endlich mal eine Bahn-Geschichte, die für Begeisterung sorgt.
Weil in einem ICE plötzlich das Toilettenpapier ausgeht, greift ein Zugchef kurzerhand selbst ein. Seine ungewöhnliche Rettungsaktion wird im Netz gefeiert – viele machen sich aber auch Sorgen um eine ganz andere Frage.

Engagierter Zugchef mit ungewöhnlicher Maßnahme

Ein ICE, ein Supermarkt und drei Pakete Toilettenpapier. Was wie der Anfang eines Witzes klingt, ist tatsächlich passiert – und sorgt gerade für Begeisterung im Netz. Statt dass über Verspätungen oder Zugausfälle geschimpft wird, wird diesmal ein Bahnmitarbeiter gefeiert, der kurzerhand selbst zur Tat schreitet.

Auf einer Fahrt von Westerland (Sylt) nach Berlin geht dem neuen ICE L am Samstagabend das Toilettenpapier aus. Der Zug legt deshalb außerplanmäßig einen Halt in Hamburg-Bergedorf ein. Der Zugchef läuft zu einem nahegelegenen Supermarkt, kauft drei Packungen Klopapier und bringt sie an Bord. Danach kann die Reise weitergehen.

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Video begeistert Hunderttausende

Bekannt wurde die Geschichte durch den Instagram-Account mistercurly. Er filmt, wie der Zugchef mit drei großen Paketen Toilettenpapier aus einer Bahnunterführung kommt und über den Bahnsteig zurück in den ICE eilt.
Besonders beeindruckt zeigt er sich aber vom Verhalten des Mitarbeiters.

Statt über die Panne zu spotten, richtet mistercurly den Fokus auf den Menschen, der sie löst. Organisationen funktionierten eben nicht allein durch Prozesse, sondern vor allem durch Menschen, die Verantwortung übernehmen und pragmatische Lösungen finden. Sein Dank gilt deshalb ausdrücklich den Zugbegleiterinnen, Zugbegleitern und Zugchefs, die jeden Tag improvisieren, damit Reisen trotz Problemen funktionieren.

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Das Netz fordert: „Dem Mann bitte eine Gehaltserhöhung”

Unter dem Beitrag sammeln sich zig Reaktionen. Viele Nutzer feiern den Einsatz des Zugchefs. „Das Zugpersonal kann für die wenigsten Probleme etwas und kriegen trotzdem den ganzen Hass ab”, schreibt ein Nutzer.

Eine andere fordert: „Dem Mann bitte eine Gehaltserhöhung und Sonderurlaub.” Andere weisen darauf hin, dass die Entscheidung vermutlich noch größere Probleme verhindert hat. Ein ICE mit Hunderten Reisenden und Toiletten ohne Papier hätte schnell zu verstopften WCs und chaotischen Zuständen führen können.

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Viele sorgen sich um den Zugchef

Zwischen all dem Lob taucht aber noch eine andere Sorge immer wieder auf. Zahlreiche Nutzer fragen sich, ob der Mitarbeiter die Ausgaben für den spontanen Einkauf überhaupt ersetzt bekommt. Ein Kommentar bringt es auf den Punkt: „Und wie man den Saftladen kennt, hat das Personal noch Probleme und Stress, das Geld dafür an der richtigen Kostenstelle zurückzubekommen!”

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Auch das gibt´s: Bahn plötzlich unbürokratisch

Wie TAG24 unter Berufung auf einen Bahnsprecher berichtet, war ein kurzfristiger Ausfall bei der Beladung mit Verbrauchsmaterialien für den Engpass verantwortlich. Die Kosten für den Toilettenpapier-Einkauf übernehme selbstverständlich die Deutsche Bahn. Außerdem wolle der Konzern seine Beladungsprozesse und Kontrollen überprüfen, damit sich ein solcher Vorfall möglichst nicht wiederholt.

Am Ende bleibt vor allem eine Geschichte, die viele Bahnreisende schmunzeln lässt. Nicht wegen der Panne, sondern wegen eines Mitarbeiters, der nicht lange diskutierte, sondern einfach loslief.

Verwendete Quellen: Instagram/mistercurly, Tag24.de