Wegen sieben ZentimeternZehntausende Euro teuer! Security muss Treppe an Grundschule bewachen – jetzt wird es noch absurder
Dieser Behörden-Irrsinn ist kaum zu glauben!
Weil das Geländer sieben Zentimeter zu niedrig ist, bewachte ein Sicherheitsdienst das Treppenhaus einer Frankfurter Schule. Nun gibt es eine andere Lösung – zumindest vorübergehend. Doch jetzt wird befürchtet, dass ausgerechnet die neue Lösung noch gefährlicher sein könnte!
Wachmann bewacht Treppenhaus in Frauenhofschule in Frankfurt
Innerhalb weniger Wochen wurde dieses Treppenhaus wohl zum teuersten in Deutschland. Der Grund? Die Deutsche Industrienorm 18065. Und die besagt, ein Treppengeländer muss mindestens 1,10 Meter hoch sein. Doch an der Frauenhofschule in Frankfurt am Main sind es teilweise nur 1,03 Meter – also sieben Zentimeter zu niedrig! Und das flog bei einer Kontrolle auf. Dabei ist das Treppengeländer schon rund 100 Jahre alt – und sei in all den Jahren wohl nie zum Problem geworden, wie Solmaz Heidlindemann, die die Frauenhofschule aktuell vertretungsweise leitet, vor wenigen Wochen im Gespräch mit RTL verrät. Bis jetzt.

Die Folge: Für das Treppenhaus in der Grundschule wird zeitweise ein Wachdienst organisiert. Zu Spitzenzeiten seien gleich mehrere Personen vom Wachdienst im Einsatz gewesen. Die Kosten: Rund 13.700 Euro brutto pro Woche, so eine Stadtsprecherin zur dpa. Das zahlt die Stadt – also der Steuerzahler. Zumindest bis zu den Osterferien. Auch für Peter Holst von der Elternvertretung ist das Vorgehen „kompletter Irrsinn“. Für ihn sei das eine „Verschwendung von Steuergeld“, sagt er im Gespräch mit RTL.
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Wegen sieben Zentimetern! Wachmann muss Grundschul-Treppe bewachen
Wie Spiderman! Eltern wegen neuer Treppen-Lösung in Sorge
Denn jetzt wurde zwar der Sicherheitsdienst abgezogen, doch der Treppen-Irrsinn geht weiter. Genau wie die Deutsche Industrienorm 18065. Und so sichern nun seit Montag Netze das zu niedrige Geländer. Sie sind vom Erdgeschoss bis in den vierten Stock der beiden Treppenaufgänge gespannt.

Heidlindemann findet diese „kostengünstige Lösung in Ordnung“. Die eingesetzten Wachkräfte, die teils auf Kinderstühlen die Treppen überwachten, hätten ihr leidgetan. Auch Elternvertreter Peter Holster findet die Lösung zwar „besser als den Wachschutz“, betont jedoch: „Man darf nicht vergessen, dass auch das Netz in meinen Augen überflüssig ist.“ Zudem gebe es Bedenken, dass Kinder das Netz als Klettermöglichkeit betrachten könnten. „So ein bisschen wie Spiderman“, so der Elternvertreter weiter. „Oder dass Kinder ihre Finger darin verhaken.“

Doch die Stadt bleibt bei ihrer Maßnahme – auch aus rechtlichen Gründen. „Die Stadt ist verpflichtet, alle gesetzlich geregelten Sicherheitsbestimmungen zu erfüllen. Wenn Mängel auffallen, müssen diese behoben werden – unabhängig von den anfallenden Kosten“, teilte das Dezernat für Bildung, Immobilien und Neues Bauen zuletzt auf Nachfrage von RTL mit. Bei einem Ortstermin in den Ferien sei nach Angaben der Stadt besprochen worden, wie eine dauerhafte „bauliche Lösung“ aussehen könnte. Das berichtet die dpa. Mögliche dauerhafte Lösungen werde nun weiterverfolgt – und in der Zwischenzeit sollen die Netze Sicherheit bieten.
Verwendete Quellen: dpa und eigene RTL-Recherche


