Rund 160 Infizierte in TexasNach Impf-Stopp: Grippe-Welle erfasst US-Soldaten!

A military policeman stands guard at JBSA-Lackland Air Force Base game, Wednesday, June 9, 2021, in San Antonio. The Air Force was put on lockdown as police and military officials say they searched for two people suspected of shooting into the base from outside. (AP Photo/Eric Gay)
Der Luftwaffenstützpunkt Lackland, auf dem die Grippe ausgebrochen ist, führt die Impfpflicht wieder ein.
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Im April schafft die Trump-Regierung eine seit Jahrzehnten geltende Regel ab: die Grippeimpfpflicht für US-Soldaten. Kritiker warnen vor einem schnellen Virus-Ausbruch innerhalb der Truppen. Nun ist laut Medienberichten genau dieses Szenario eingetreten.

Knapp zwei Monate nachdem das US-Verteidigungsministerium die verpflichtende Grippeschutzimpfung für Soldaten abgeschafft hat, ist es nun auf einem texanischen Luftwaffenstützpunkt zu einem Grippeausbruch gekommen. Dies berichten mehrere US-Medien unter Berufung auf das US-Militär. Laut informierten Quellen seien rund 160 Soldaten erkrankt. Offiziell spricht das Militär lediglich von einem „lokal begrenzten Grippeausbruch“.

Brisant ist der Fall, weil das Pentagon erst im April die verpflichtende Grippeschutzimpfung für Soldaten abgeschafft hatte, unter anderem aus religiösen Gründen. Pentagon-Chef Pete Hegseth, der sich selbst als Kriegsminister bezeichnet, hatte damit eine nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführte und unter republikanischen wie demokratischen Regierungen jahrzehntelang gepflegte Regel gekippt. „Dein Körper, dein Glaube und deine Überzeugungen sind nicht verhandelbar“, betonte er damals in einer Videobotschaft an die Truppe.

Ob die Erkrankten geimpft sind, ist laut US-Medien noch nicht bekannt. Zudem werde geprüft, ob der Tod eines Rekruten mit dem Ausbruch zusammenhänge. Laut „New York Times“ hat die Luftwaffe inzwischen für Rekruten auf dem Luftwaffenstützpunkt Lackland wieder eine Impfpflicht eingeführt. Ob diese Regelung bereits in Kraft sei, ist laut „Washington Post“ aber unklar.

Kritiker hatten die Lockerung der Impfpflicht im Militär als Fehler bezeichnet und gewarnt, sie könne die Einsatzbereitschaft beeinträchtigen, da sich Krankheiten in eng zusammenlebenden Einheiten schneller ausbreiten könnten. US-Militärangehörige müssen sich der „New York Times“ zufolge nach wie vor gegen Krankheiten wie Masern, Mumps und Polio impfen lassen. Weitere Impfungen, wie die Anthrax-Impfung, könnten je nach Risiko und militärischer Funktion vorgeschrieben sein, so die Zeitung.

Seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump hat die US-Regierung mehrfach wissenschaftlich anerkannte Fakten zum Thema Impfungen in Abrede gestellt. Besonders Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. zieht die Sinnhaftigkeit von Impfungen in Zweifel. Er stellte einen - von Forschern widerlegten - Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus her und riet lange von Spritzen gegen Masern ab. Als die Zahl der Neuinfektionen auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten schnellte, bezeichnete er Impfungen dann doch als effektivstes Mittel zur Eindämmung der Epidemie.

Verwendete Quellen: mwa/dpa