Wal ringt in der Ostsee mit dem TodGestrandeter Timmy äußert weiterhin Lebenszeichen

Der Buckelwal liegt am frühen Vormittag noch immer auf einer Sandbank vor der Insel Poel. Links ein Sprinkler, mit dem die Haut des Tieres mit Wasser benetzt wird. +++ dpa-Bildfunk +++
Der Wal stößt Wasser aus - und wird gleichzeitig benetzt.
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Für den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal gibt es keine Hoffnung mehr. Auch wenn das Tier weiterhin Lebenszeichen ausstößt, ist es zu schwach für eine Rettung. Das gilt auch für das Bagger-Angebot eines Unternehmers.

Der vor Wismar gestrandete Buckelwal äußert weiterhin Lebenszeichen. Das Tier liegt noch an der gleichen Position und gibt Geräusche von sich, wie Reporter vor Ort berichten. Demnach stößt der rund zwölf Meter lange Meeressäuger auch regelmäßig Luft aus. In Medien ist die Rede von einem Brummen. Die aufgebauten Wassersprenger benetzen das verletzte Tier zudem weiter mit Wasser.

Der geschwächte Wal liegt seit dem 31. März in der Wismarbucht vor der Insel Poel. Die letzten Rettungsversuche wurden am 1. April eingestellt. Seitdem wird das Tier rund um die Uhr von Einsatzkräften der Polizei und Feuerwehr begleitet. Neue Maßnahmen zur Rettung des gestrandeten Buckelwals sind derzeit nicht geplant.

Für das Angebot von privater Seite, den im Schlick liegenden Wal freibaggern zu wollen, werde es keine Genehmigung geben. „Man würde das Tier nur weiterem Stress aussetzen und müsste davon ausgehen, dass es bei nächster Gelegenheit wieder strandet“, hieß es zuletzt aus dem Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern. Die Behörden haben eine 500-Meter-Schutzzone um den Wal gezogen, die nicht befahren werden darf.

Fachleuten zufolge liegt das Tier im Sterben. Der Wal reagiere nicht mehr auf Boote, was laut Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) Deutschland ein Zeichen für den Sterbeprozess ist.

Am Dienstag hatte Landesumweltminister Till Backhaus auf Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens entschieden, den Wal in Ruhe sterben zu lassen. Der Wasserstand sei zu niedrig und die Kräfte des Wals seien zu gering, erklärte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek. Die Entscheidung wird auch von dem International Whaling Commission Strandings Expert Panel (IWC SEP) unterstützt. Es betont, dass das Tier durch weitere Rettungsversuche nur mehr leiden würde.

Verwendete Quellen: ses/dpa