Pro Frau nur noch 1,32 KinderSchock-Zahlen! Deutschlands Geburtenrate stürzt auf historischen Tiefststand

Deutschland bekommt weniger Kinder: Statistiker zählen so wenige Neugeborene pro Jahr wie seit der Nachkriegszeit nicht mehr. Die Geburtenrate sinkt auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Regional zeigen sich erhebliche Unterschiede.
Die Geburtenrate in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1997 gesunken. Die durchschnittliche Anzahl an Kindern je Frau lag 2025 bei 1,32. Die zusammengefasste Geburtenziffer verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ein ähnlich niedriges Niveau verzeichnete die Wiesbadener Behörde zuletzt vor knapp 20 Jahren.
Weniger Neugeborene je Frau gab es zuletzt Mitte der 90er Jahre. Damals erreichte diese Kennziffer in Deutschland einen bisherigen Tiefstwert von 1,24 Kindern je Frau. „Die damals Geborenen bilden die derzeit relativ kleine Generation potenzieller Eltern“, erklärten die Statistiker.
Abhängig vom Bevölkerungsumfang wirkt sich eine sinkende Geburtenrate auch auf die absolute Zahl der Geburten aus. In Deutschland wurden demnach im vergangenen Jahr so wenige Kinder geboren wie seit der Nachkriegszeit nicht mehr. Insgesamt wurden im Jahr 2025 bundesweit 654.241 Geburten gezählt. Damit setzte sich der seit mehreren Jahren anhaltende Rückgang der Geburten fort.
Die Entwicklung der sinkenden Geburtenrate betrifft deutsche und ausländische Frauen gleichermaßen. Beide Gruppen verzeichneten demnach Rückgänge. Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit kamen im Schnitt auf 1,20 Kinder, was einem Rückgang von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Bei ausländischen Frauen entsprach der Rückgang sogar 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aktuell kommen sie auf eine Rate von 1,78. „Die Geburtenhäufigkeit der ausländischen Frauen geht seit 2017 mit Ausnahme des Jahres 2021 kontinuierlich zurück“, erklärte das Bundesamt.
Im Ländervergleich wurde der höchste Wert bei der Geburtenrate in Niedersachsen mit 1,38 Kindern pro Frau und der niedrigste in Sachsen mit 1,16 Kindern verzeichnet. Niedersachsen führt die Rangliste bereits seit 2018 als das Bundesland Land mit den meisten Geburten an. Allerdings sank auch hier die Geburtenziffer zum ersten Mal seit 16 Jahren unter 1,40.
Generell treten bei der Geburtenrate auch Unterschiede zwischen Ost und West zutage: „Die Geburtenhäufigkeit in den östlichen Flächenländern war mit 1,22 Kindern je Frau geringer als in den westlichen Bundesländern mit 1,34 Kindern je Frau“, hieß es. Demnach war die Rate in Brandenburg mit 1,30 unter den ostdeutschen Bundesländern am höchsten. In Brandenburg kommen damit aber statistisch immer noch mehr Kinder je Frau zur Welt als etwa im Saarland, in Hamburg oder in Schleswig-Holstein.
Die amtliche erhobenen Daten liefern weitere Hinweise zu gesellschaftlichen Entwicklungen: Mütter waren laut Statistik bei einer Geburt im Schnitt 31,9 Jahre alt und Väter 34,8 Jahre - unabhängig davon, ob es die Geburt des ersten Kinds oder eines weiteren Kinds war. Das Durchschnittsalter der Eltern stieg damit über alle Geburten hinweg im Vergleich zum Vorjahr leicht an.
Langfristig verschob sich das Alter der Eltern deutlich nach oben: Seit 1991 nahm es bei Müttern um vier Jahre und bei Vätern um 3,8 Jahre zu. Auch der Zeitpunkt für das erste Kind rückt nach hinten: Das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt ihres ersten Kinds lag 2025 bei 30,5 Jahren. Die Väter waren beim ersten Kind im Schnitt 33,3 Jahre alt.
Verwendete Quellen: gri/AFP


