Nina wollte eigentlich nur aufs KloWie eine Sechsjährige beim Flydubai-Drama plötzlich zur Heldin wurde

Ein Toilettengang, der möglicherweise Leben rettet!
Die sechsjährige Nina sitzt mit ihren Eltern im Flydubai-Flieger nach Tel Aviv, als sie plötzlich zur Toilette muss. Ihre Mutter Tali begleitet sie – und hört in der Nähe des Cockpits ungewöhnliche Geräusche. Sie alarmiert eine Flugbegleiterin. Kurz darauf wird klar: Im Cockpit kämpft der Kapitän um sein Leben.
Nina muss zur Toilette – dann hört ihre Mutter Schläge aus dem Cockpit
Eigentlich will die sechsjährige Nina Manes nur zur Toilette. Gemeinsam mit ihren Eltern Tali und Tzvika sitzt sie am 30. September an Bord des Flydubai-Fluges FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv. Als Nina ihre Mutter bittet, sie nach vorne zu begleiten, ahnt die Familie noch nicht, was sich nur wenige Meter entfernt im Cockpit abspielt. Während Nina auf der Toilette ist, hört Tali plötzlich ungewöhnliche Geräusche. Es sind offenbar heftige Schläge gegen die Cockpittür. „Das klang für mich sehr, sehr ungewöhnlich“, schildert sie später im israelischen Fernsehen bei Channel 12.
Tali wendet sich an einen Flugbegleiter in ihrer Nähe. „Da drin passiert etwas“, warnt sie ihn. Als er ihrer Schilderung zufolge zunächst nicht reagiert, wird sie energischer, fasst ihn am Arm und fordert ihn erneut auf nachzusehen. Der Flugbegleiter geht schließlich zur Cockpittür und öffnet sie. Was Tali dahinter sieht, lässt sie sofort um Hilfe schreien. „Im Cockpit war überall Blut“, berichtet sie später. Zwischen den beiden Piloten sei ein heftiger Kampf im Gange gewesen. In diesem Moment glaubt Tali zu erkennen, dass der Co-Pilot den Kapitän attackiert. Sie schreit den anderen Menschen an Bord zu: „Er sticht auf den Piloten ein! Kommt und helft!“
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Ihre Rufe alarmieren die Passagiere. Auch Ninas Vater Tzvika bekommt mit, dass vorne etwas passiert. Gleichzeitig befindet sich seine kleine Tochter noch in unmittelbarer Nähe des Cockpits. Tzvika bringt Nina zunächst aus dem Gefahrenbereich. Dann eilt er gemeinsam mit anderen Passagieren nach vorne. Dort gelingt es mehreren Männern schließlich, den Co-Piloten zu überwältigen und zu fesseln. Tzvika berichtet später, dass sie dafür unter anderem Kabel von Kopfhörern benutzen. Während des Tumults verliert die Boeing massiv an Höhe.
Für die Kinder an Bord sind es Momente voller Todesangst. Tzvika erinnert sich später insbesondere an die Schreie seiner Töchter. Sie hätten zu ihm gesagt: „Papa, wir wollen nicht sterben.“ Für ihn sind diese Worte nach eigener Darstellung ein entscheidender Antrieb, sich an der Rettungsaktion zu beteiligen. Und am Anfang dieser dramatischen Ereigniskette steht ausgerechnet ein vollkommen alltäglicher Wunsch seiner sechsjährigen Tochter: Nina musste zur Toilette.
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Co-Pilot soll Kapitän mit Axt angegriffen haben
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Vereinigten Arabischen Emirate soll der Co-Pilot den Kapitän während des Fluges mit einer sogenannten Crash-Axt angegriffen haben. Solche Äxte gehören zur Notfallausrüstung eines Flugzeugs. Der Co-Pilot soll anschließend versucht haben, die Kontrolle über die Maschine zu übernehmen. Die Staatsanwaltschaft der Emirate spricht nach dem derzeitigen Ermittlungsstand von einem versuchten Terrorakt. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und möglichen Verbindungen dauern an.

Während des Vorfalls geht die Boeing 737 in einen steilen Sinkflug über. Flugdaten von Flightradar24 zeigen außerdem, dass zunächst der Notfallcode 7700 und anschließend der Code 7500 übermittelt wird. Letzterer signalisiert eine unrechtmäßige Einflussnahme auf ein Flugzeug.
Der Flug wird schließlich nach Tabuk in Saudi-Arabien umgeleitet. Dort kann die Maschine sicher landen. Bei dem Vorfall werden beide Piloten verletzt. Der Kapitän, Smit Machchhar, kehrt später in die Vereinigten Arabischen Emirate zurück und wird dort medizinisch behandelt.
Verwendete Quellen: Channel 12/N12, Times of Israel, The Times, Mirror


