Polizei vertreibt Anwohner mit TränengasFlugzeug voller Geld abgestürzt: Mindestens 20 Tote

In Bolivien ist ein mit Geldscheinen beladenes Militärflugzeug von der Landebahn abgekommen. Mindestens 20 Menschen seien bei dem Unglück am Freitag ums Leben gekommen, teilte die Polizei mit. Nach Angaben der Luftfahrtbehörde Naabol verunglückte die Transportmaschine bei der Landung auf dem Flughafen El Alto westlich der Hauptstadt La Paz.
Die Maschine vom Typ C-130 Hercules des US-Herstellers Lockheed Martin kam von der Landebahn ab, mehrere Autos und Lastwagen wurden von Trümmerteilen schwer beschädigt, wie Aufnahmen örtlicher Medien zeigten.
Ein Polizeivertreter sagte am späten Freitagabend vor Journalisten, es habe „etwa 20, vielleicht auch etwas mehr” Opfer gegeben. Das Gesundheitsministerium gab die Zahl der Verletzten mit mindestens 28 an.
Das Flugzeug transportierte von der Zentralbank ausgegebene Banknoten. Auf Aufnahmen von TV-Sendern war zu sehen, wie die Polizei Tränengas einsetzte, um Einwohner davon abzuhalten, die am Unfallort verstreuten Geldscheine aufzusammeln.
Später war zu sehen, wie die Behörden die Geldscheine am Unfallort in einem Feuer verbrannten.
Das Verteidigungsministerium erklärte, die Geldscheine seien noch nicht mit einer Seriennummer versehen und hätten „keinen gesetzlichen Wert und keinerlei Kaufkraft”. Wer die Scheine aufsammele oder in Umlauf bringe, begehe eine Straftat.
Nach dem Unglück kam es nach Angaben der Staatsanwaltschaft rund um den Unglücksort zu Plünderungen. Zwölf Menschen wurden demnach festgenommen. Der Betrieb des internationalen Flughafens von El Alto wurde vorübergehend eingestellt.
Die Unglücksursache war zunächst unklar. Zeugen teilten der Nachrichtenagentur AFP mit, dass das Wetter schlecht gewesen sei.
„Es gab einen heftigen Hagelsturm und Blitze”, als das Flugzeug verunglückte, sagte die 60-jährige Verkäuferin Cristina Choque, deren Auto von Trümmerteilen des Flugzeugs getroffen wurde. Ein Reifen des Flugzeugs sei auf sie gefallen, ihre Tochter sei am Kopf verletzt worden, fügte sie hinzu.
Das Verteidigungsministerium kündigte an, eine Untersuchung einzuleiten. (rsa)
Verwendete Quelle: AFP


