Vorwürfe seien „zu fast 100 Prozent falsch“FBI-Chef verklagt US-Magazin auf 250 Millionen Dollar

FBI Director Kash Patel testifies before a Senate Committee on Appropriations and Subcommittee on Commerce, Justice, Science, and Related Agencies hearing to examine proposed budget estimates for fiscal year 2026 for the Federal Bureau of Investigation on Capitol Hill in Washington, Thursday, May 8, 2025. (AP Photo/Jose Luis Magana)
Patels Anwälte hatten "The Atlantic" nach eigenen Angaben bereits vor der Veröffentlichung gewarnt.
picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Jose Luis Magana

Nach einem vernichtenden Bericht über Alkoholkonsum und vermehrte Abwesenheiten klagt FBI-Direktor Kash Patel gegen das US-Magazin „The Atalantic“. Die Vorwürfe seien „zu fast 100 Prozent falsch“, so Patel. Das Magazin hält dagegen.

FBI-Direktor Kash Patel hat das US-Magazin „The Atlantic“ und die Journalistin Sarah Fitzpatrick wegen Verleumdung auf 250 Millionen US-Dollar (212 Millionen Euro) Schadenersatz verklagt. Das geht aus einer am Montag in Washington eingereichten Klage hervor. Patel wirft dem Magazin demnach vor, einen Artikel mit „falschen und offensichtlich erfundenen Behauptungen“ veröffentlicht zu haben, um seinen Ruf zu zerstören.

Das Magazin hatte am Freitag berichtet, Patel habe Kollegen mit Phasen übermäßigen Alkoholkonsums und unerklärlichen Abwesenheiten beunruhigt. Dem Bericht zufolge stützte sich das Magazin dabei auf mehr als zwei Dutzend anonyme Quellen.

In der Klageschrift weist Patel die Vorwürfe entschieden zurück. Wörtlich heißt es dort, „Patel trinkt weder in diesen Lokalen noch sonst irgendwo übermäßig“, und das sei auch nie Anlass zur Sorge innerhalb der Regierung gewesen. Zudem heißt es zu weiteren im Artikel geschilderten Vorfällen: „Keines dieser Ereignisse hat stattgefunden.“

Patels Anwälte hatten „The Atlantic“ nach eigenen Angaben bereits vor Veröffentlichung in einem Schreiben gewarnt. Darin bezeichneten sie die Vorwürfe als „kategorisch falsche und verleumderische Behauptungen“. Außerdem zitierten sie eine Antwort aus dem FBI-Pressebüro, wonach die Vorwürfe „zu fast 100 Prozent falsch“ seien. „The Atlantic“ habe dem FBI weniger als zwei Stunden Zeit für eine Stellungnahme zu 19 Punkten gegeben und trotz ausdrücklicher Warnungen veröffentlicht.

Auch Patel selbst drohte schon vor Einreichung der Klage öffentlich mit rechtlichen Schritten. In einem Beitrag auf X schrieb er: „Wir sehen uns mit euch und eurer gesamten Entourage an Falschberichterstattern vor Gericht“. Weiter bezog er sich auf den besonders hohen rechtlichen Maßstab, der in den USA für Verleumdungsklagen gegen öffentliche Personen gilt. Danach müssen Kläger nachweisen, dass Medien wissentlich falsche Angaben gemacht oder die Wahrheit bewusst ignoriert haben. Dieser Standard sei inzwischen eine leicht zu nehmende Hürde.

„The Atlantic“ wies die Vorwürfe zurück. Das Magazin erklärte nach Berichten mehrerer US-Medien: „Wir stehen zu unserer Berichterstattung über Kash Patel und werden „The Atlantic“ und unsere Journalisten gegen diese unbegründete Klage mit aller Kraft verteidigen.“ Autorin Fitzpatrick sagte laut „Wall Street Journal“, sie stehe zu jedem Wort ihres Berichts.

Verwendete Quellen: lno/dpa