Menschen sollen in höhere Gebiete fliehenStarkes Erdbeben erschüttert Japan – Behörden warnen vor Tsunami

Ein Warnzeichen für unmittelbare Tsunamigefahr: Das Wasser an der Küste zieht sich in kurzer Zeit weit zurück und legt große Flächen Meeresboden frei.
Ein Warnzeichen für unmittelbare Tsunamigefahr (Symbolbild).
Till Simon Nagel/dpa-tmn

Ein Beben der Stärke 7,4!
Ein schweres Erdbeben hat am Montag den Norden Japans erschüttert. Es hatte nach Angaben der zuständigen Wetterbehörde (JMA) die Stärke 7,4, sein Zentrum lag nördlich der Präfektur Iwate im Pazifik. Auch im Hunderte Kilometer entfernten Tokio waren die Erschütterungen zu spüren. Jetzt warnt der japanische Katastrophenschutz vor einem Tsunami und bittet Menschen, sich dringend in höhere Gebiete zu begeben.

Tsunami-Warnung nach schwerem Erdbeben in Japan! Es drohen drei Meter hohe Wellen

Laut der japanischen Meteorologiebehörde (JMA) wurden Flutwellen von bis zu drei Metern Höhe erwartet, wie Reuters berichtet. Im Hafen von Miyako in der Präfektur Iwate wurden dem Sender NHK zufolge zunächst nur 40 Zentimeter gemessen. In Kuji in derselben Präfektur waren es demnach 70 Zentimeter, Tendenz steigend.

NHK zufolge wurde auch vor der Küste der Präfektur Fukushima ein Tsunami registriert. Am 11. März 2011 hatten dort starkes Beben und ein massiver Tsunami die Atomkatastrophe von Fukushima ausgelöst.

Die Tsunami-Warnung galt für die Präfekturen Iwate, Aomori Hokkaido. Die Behörden forderten die Bewohner auf, den Küsten fernzubleiben. Die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi rief die Menschen in den betroffenen Gebieten laut dpa auf, sich unverzüglich in höher gelegene Gebiete zu begeben.

Opfer und Schäden? Auswirkungen des Erdbebens werden aktuell geprüft

Die Ministerpräsidentin Sanae Takaichi erklärte, eine Taskforce prüfe, ob es Opfer und Schäden gegeben habe. Energieversorger teilten mit, sie gingen möglichen Auswirkungen auf ihre Atomkraftwerke nach. Zunächst gab es nach Reuters keine Hinweise auf Probleme.

Auf der japanischen Skala für Erdbebenauswirkungen lagen die Erdstöße in einem Bereich, bei dem in vielen Fällen unverstärkte Betonwände einstürzen können. Das Epizentrum lag im Pazifik in rund zehn Kilometern Tiefe. In Japan kommt es sehr häufig zu Erdbeben.

Wegen der Erdstöße seien die Verbindungen der Hochgeschwindigkeitszüge in Aomori an der Nordspitze der japanischen Hauptinsel Honshu unterbrochen worden, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Der Sender NHK zeigte Schiffe, die in Erwartung der Flutwellen aus dem Hafen von Hachinohe ausliefen.

Die AKW-Betreiber Hokkaido Electric und Tohoku Electric gaben unterdessen vorläufig Entwarnung: Es seien keine ungewöhnlichen Vorkommnisse an verschiedenen Kernkraftwerken festgestellt worden. Die Prüfergebnisse anderer Versorger standen noch aus.

Verwendete Quellen: Nachrichtenagentur AFP, Reuters, dpa