Kellnerin Cyane (24) stirbt bei Silvester-Drama Eltern und Schwester trauern herzzerreißend um Crans-Montana-Opfer

Ihre Trauer ist mit jedem Satz, jeder Geste greifbar.
Die Familie der 24-jährigen Cyane P. gibt dem französischen Sender France3 ein bewegendes Interview. Worte, die ans Herz gehen und den ganzen Schmerz offenbaren, die Mutter, Schwester und Vater der in Crans-Montana ums Leben gekommenen Frau empfinden.
„Unser Leben wird nie mehr dasselbe sein“
„Sie war nicht nur körperlich schön, sondern auch im Herzen und in der Seele schön“, weint ihre Mutter Astride. „Unser Leben wird nie mehr dasselbe sein“, sagt die tieftraurige Frau.
Dem Sender zufolge ist die Familie aus der Mittelmeerstadt Seté in die Schweiz gereist, um Cyanes Angelegenheiten zu regeln. Die junge Frau arbeitete als Kellnerin in der Unglücks-Bar, sie kannte sich dort aus. Und musste dennoch sterben, wie ihre Angehörigen klagen.
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Ein solcher Unfall sei nicht zu erwarten gewesen, sagt ihr Vater Jérôme. „Meine Tochter arbeitete dort, ich war vollkommen sicher und sagte mir, dass die Standards respektiert werden, alles respektiert wird“, sagt er. Was er meint: Viele der Opfer starben offensichtlich, weil eine Tür, die normalerweise offen gewesen sei, an jenem Silvesterabend verschlossen war. Der Betreiber habe verhindern wollen, dass Zechpreller die Bar einfach so verlassen können, so der Vorwurf gegen den Mann.
Cyanes Schwester Eoline erhebt ebenfalls schwere Vorwürfe. „Was passiert ist, ist inakzeptabel“, klagt sie. „Dass Geld Vorrang vor Sicherheit hat, ist unnormal. Das hätte nie passieren dürfen.“ Der Tod ihrer Schwester sei für sie eine sehr große Leere.”
Cyane kann trotz 40-minütiger Herzmassage nicht wiederbelebt werden
Die Umstände von Cyanes Tod sind dramatisch. „Es waren ihre Freunde, die sie rausgeholt haben, sie lebte noch, war aber bewusstlos“, schildert Mutter Astrid. „Sie haben ihm 40 Minuten lang eine Herzmassage gegeben“, berichtet sie weiter. Allein, es war vergeblich. „Sie konnte nicht wiederbelebt werden.“ Dann sei ihre Tochter abtransportiert worden, ihre Familie habe nicht gewusst, wohin.
Schockierend ist auch, was eine Freundin der Verstorbenen in dem Beitrag berichtet. Die junge Frau namens Camille G. sei in die Bar gekommen, um Cyane ein frohes neues Jahr zu wünschen, weil sie gewusst habe, dass ihre Freundin in der Silvesternacht arbeitet. Plötzlich habe es „Feuer und die Explosion“ gegeben, „alles ging sehr schnell.“

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Sie selbst sei bei dem Unglück verletzt worden und habe nur durch Glück überlebt. „Mit meinem Partner habe ich es geschafft, durch die einzige offene Tür rauszukommen“, erzählt sie. „Wir sind ein Wunder. Alle trampelten in diesem kleinen Gang aufeinander herum. Es war totale Panik.”
Cyane wird am Samstag in ihrer Heimat beigesetzt
Am kommenden Samstag werden ihre Familie und Freunde Cyane in ihrer schönen Heimat an der Mittelmeerküste zu Grabe tragen, begleitet von großem Mitgefühl. Was danach kommt? Mutter Astrid und Vater Jérôme sagten in dem Interview: „Für uns ist 2026 die Sonne nicht aufgegangen.“ Jérôme ergänzt: „Es gibt eine Zeit für den Schmerz und eine Zeit für die Wut.“, Derzeit verspürten sie keine Wut, aber er rechne damit, dass sich das bald ändere. „Ich glaube, die Wut wird uns schnell überwältigen. Aber jetzt widmen wir uns der Beerdigung unserer Tochter und wollen ihr so viel Würde wie möglich schenken.“

Bei dem Feuer in der Bar „Le Constellation“ waren in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben gekommen und 114 Menschen teils schwer verletzt worden. Gegen das französische Betreiber-Ehepaar Jacques und Jessica Moretti wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und Körperverletzung ermittelt. Der Mann sitzt wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.
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Er hatte angegeben, dass eine Tür von innen verschlossen gewesen sei. Es habe sich aber um eine „Servicetür“ gehandelt, die „nicht als Notausgang gekennzeichnet“ war. Ermittler vermuten, dass die Katastrophe durch an Flaschen befestigte Feuerwerksfontänen ausgelöst wurde, die der Decke zu nahe kamen.
Verwendete Quellen: AFP; France 3 Occitaine


