„Wirtschaftskrieg gegen Deutschland“Audi und Porsche zittern vor Trumps Zoll-Hammer

Verschiedene Modelle von BMW stehen im BMW-Werk Spartanburg bei einem Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten Söder in einer Werkshalle. Söder unternimmt eine mehrtägige Reise in die USA mit Stationen in den Bundesstaaten Texas und South Carolina.
BMW und Mercedes haben in den USA größere Produktionsstätten und damit einen gewissen "Zollschutz", sagt Experte Dudenhöffer.
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Die angekündigten US-Zölle von 25 Prozent richten sich eigentlich gegen die gesamte EU. Dennoch sieht Experte Dudenhöffer vor allem hiesige Autoindustrie im Fokus - und spricht vom „Beginn eines Wirtschaftskriegs gegen Deutschland“. Dabei dürften die Zölle die Autobauer unterschiedlich treffen.

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle von 25 Prozent auf Neuwagen aus der EU könnten für die Autoproduktion in Deutschland zusätzliche Belastungen von jährlich rund 2,5 Milliarden Euro bringen. Das geht aus Berechnungen des Center Automotive Research (CAR) in Bochum hervor. Außerdem ergeben sich demnach weitere Kosten für US-Exporte deutscher Autobauer aus der Produktion in anderen EU-Ländern.

Zwar richtet sich Trumps Vorgehen gegen die Europäische Union, CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer sieht aber ganz klar Deutschland im Fokus. „Da die Exporte der ausländischen Autobauer in die USA unwesentlich sind, lassen sich die neuen Trump-Zoll-Drohungen auch als der Beginn eines Wirtschaftskriegs gegen Deutschland interpretieren“, betonte er.

Die Sonderbelastungen aus den Trump-Zöllen würden jedoch nicht vollständig von den Autobauern bezahlt. „Man wird versuchen, einen Teil der Zölle durch Preiserhöhungen auf die Käufer in den USA ‚abzuwälzen‘“, sagte Dudenhöffer. Die deutschen Autobauer hätten starke Marken und Käufer würden bei einer Preiserhöhung nicht gleich abspringen.

Die erhöhten Zölle dürften die Autobauer unterschiedlich treffen, betonte der Experte. Mercedes und BMW hätten große US-Produktionsstätten und damit einen gewissen „Zollschutz“. Gebaut würden in den US-Werken die SUV, und diese machten das Gros der Verkäufe in den USA aus.

Bei Porsche und Audi etwa sehe das anders aus. „Damit dürften bei beiden die Pläne zum Bau von Autowerken in den USA beschleunigt werden“, sagte Dudenhöffer. Insgesamt müsse man davon ausgehen, dass von den Trump-Zöllen zusätzliche Impulse für Verlagerungen der Automobilindustrie aus Deutschland heraus ausgehen.

Autos und Lastwagen von EU-Herstellern, die in den Vereinigten Staaten produziert werden, sollen laut Trump von den Abgaben ausgenommen werden. Der US-Präsident will dadurch Autobauer auf der ganzen Welt dazu bewegen, trotz höherer Herstellungskosten mehr in den USA zu produzieren.

Verwendete Quellen: uzh/dpa